282 Litera turberich t. Vold. Seine Versuchspersonen mufsten sich während der Nacht Schnuren und Bänder um bestimmte Teile der Hände und Füfse binden, um hier¬ durch bestimmte Krümmungen hervorzurufen, bestimmte Reize auszuüben, oder sie mufsten vor dem Schlafengehen farbige Objekte einige Minuten lang fixieren. Die objektive Methode ist für das Traumstudium die wert¬ vollste, namentlich das künstliche Hervorrufen von Träumen, weil hier die experimentellen Bedingungen übersichtlicher sind, und weil man infolge¬ dessen eine Zahl von Elementen des Traumes genau kennt. Woodworth zählte die Anzahl Bilder, welche während des Traumes innerhalb einer ge¬ gebenen Zeit erschienen. Die Dauer jedes Bildes ist aufserordentlich kurz, im Mittel 6/10 Sekunde, aber sie geht leicht bis auf 21j2 Zehntel zurück. Weed, Hallam und Phinney haben an 7 Personen die Prozente festgestellt für die einzelnen Arten der im Traume erscheinenden Sinnesbilder und für die angenehmen, unangenehmen und neutralen Träume. — Für die ek¬ lektische Methode ist Sante de Sanctis der hauptsächlichste Repräsentant. Sie besteht darin, dafs die Träumenden in Bezug auf Gesichtsausdruck, Körperbewegungen, ausgestofsene Worte, Pulsschlag und Atmung beobachtet werden. — Die vierte Methode sucht durch Fragebogen statistische Tabellen zu erlangen. Vold hielt regelmäfsig Konferenzen mit seinen Versuchs¬ personen. Heerwagen hat Statistisches festgestellt über die Oberflächlich¬ keit, Häufigkeit, Intensität, Kompliziertheit der Träume und ihre Be¬ ziehungen zu den Ereignissen des wachen Lebens. Sante de Sanctis hat sogar für die Träume des Pferdes und Hundes Fragetabellen aufgestellt. Schliefslich beschreibt Verf. seine eigene Methode. Er beobachtete seine Personen während der Nacht in Bezug auf Gesichtsausdruck, Bewegungen, ausgestofsene Worte, vor allem auch unter Berücksichtigung der Tiefe ihres Schlafes und weckte sie von Zeit zu Zeit, um sie über ihre Träume zu be¬ fragen. — Nach Ansicht des Ref. dürften nur immer solche Zahlen zu einer statistischen Gruppe vereinigt werden, welche sich auf Personen von dem¬ selben Temperament bezögen. Es fragt sich, ob dieses Moment genügend beachtet worden ist. Giessler (Erfurt). N. Vaschide et Mlle. M. Pelletier. Contribution expérimentale à Pétnde des signes physiques de l'intelligence. Comptes-rendus de Vacad. des sciences 7. Okt. 1901. Die alte Frage nach dem Vorhandensein somatischer Kennzeichen der Intelligenz wollen die Verff. der Lösung näher führen, durch die Unter¬ suchung von 300 Kindern im Alter von 7—11 Jahren. Die mitgeteilten Zahlen beziehen sich auf 150 Schüler, 80 Knaben, 70 Mädchen, die einzelnen Reihen enthalten die Mittelzahlen von je 10 Schülern. Bezüglich der Intelligenz werden die intelligenten den nicht intelligenten Kindern gegen¬ über gestellt, und das Ergebnis ist, dafs bei den ersteren die Ohrhöhe und der aus Länge, Breite, Höhe berechnete Kubikinhalt des Hirnschädels gröfser sind. Die Unterschiede bleiben bestehen, wenn der Rechnung die Körpergröfse als Vergleichsmafsstab zu Grunde gelegt wird. Die Beurteilung der Intelligenz stützt sich einerseits auf das Urteil des Lehrers, die Summe der während eines Jahres erhaltenen Zensuren, andererseits auf die