150 Literaturbericht. benachbarter Schwingungszahlen sichtbare Interferenzerscheinungen ent¬ stehen müfsten. Dieser Forderung kann indes in der Wirklichkeit nicht entsprochen werden, weil es nicht möglich ist eine einzelne dieser nach Billionen zählenden Partialschwingungen zu isoliren. Angenommen, es gelänge die vollständige Trennung der Partialschwingungen durch weit¬ gehende, spektrale Zerlegung des Lichtes, so würden Schwebungen wohl auftreten, doch würde naturgemäfs eine so starke Zerlegung die Licht¬ intensität so sehr schwächen, dafs eine Beobachtung unmöglich wäre. Wir können demnach bei physikalischen Beobachtungen nur Gruppen von Partialschwingungen wrahrnehmen. Homogenes Licht im physikalischen Sinne ist also inhomogen im mathematischen Sinne. Es wrerden in einem physikalisch homogenen Lichtstrahle zwischen den einzelnen Partial¬ schwingungen sicher Schwebungen auftreten, jedoch sind diese wegen der grofsen Zahl der Partialschwingungen sehr zahlreich und wegen der Un¬ abhängigkeit der Phasen der einzelnen Partialschwingungen voneinander absolut unregelmäfsig angeordnet. Für eine sehr grofse Zahl absolut un- regelmäfsig angeordneter Wirkungen ergibt sich nach den Prinzipien der Wahrscheinlichkeitsrechnung die Gesamtwirkung Null. Wir werden somit keine Schwebungen beobachten können, indem sich in einem Augenblicke zwei Partialschwingungen verstärken, während gleichzeitig zwei andere Partialschwingungen, die als Licht von gleicher Farbe wie die beiden ersten Partialschwingungen empfunden werden, sich gegenseitig schwächen. Eine sichtbare Wirkung der Partialinterferenzen tritt immer erst dann ein, wenn diese an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit wenigstens zum überwiegenden Teile in demselben Sinne erfolgen. Dieser Bedingung wird durch die in der Lehre von den optischen Interferenz¬ erscheinungen gegebenen Versuchsanordnungen entsprochen. Der für die Gesamtstrahlenwirkung während einer bestimmten Beobachtungsdauer, die zur Wahrnehmung des Lichtes erforderlich ist, entwickelte und in der Form einer FouBiEEschen Reihe gegebene mathematische Ausdruck zeigt, dafs keiner der Koeffizienten der FouBiEEschen Reihe einen merklichen Wert enthält, dafs also keine Lichtschwebungen auftreten, wenn die Phasenkonstanten gänzlich unregelmäfsig angeordnet sind, d. h. es ist in diesem Fall die Lichtintensität konstant. Nur wenn äquidistante Partial¬ schwingungen konstante Phasendifferenz auf weisen, ergeben sichSchwrebungen. Ferner ist die Berechnung durchgeführt für die Intensität der in der Ge¬ samtstrahlung enthaltenen monochromatischen Strahlung von bestimmter Schwingungszahl v, und es zeigt sich, dafs die Intensität keineswegs allein abhängt von der Amplitude des Vektors der betreffenden Partialschwingung, sondern, dafs die Intensität erst durch das Zusammenwirken aller der¬ jenigen Partialschwingungen bedingt ist, deren Schwingungszahlen wTenig von v verschieden sind. Da wir uns, wie oben erwähnt, die einzelnen Glieder der FouBiEEschen Reihe als die Schwingungsamplituden von Re¬ sonatoren bestimmter Schwingungsdauer vorzustellen haben, spricht der Resonator von der Schwingungszahl v nicht nur auf die Partialschwingung von der Schwingungszahl sondern auch auf die Partialschwingungen an, deren Schwingungsdauern von v etwras verschieden sind. Aus diesen Betrachtungen geht hervor, dafs die eingangs erwrähnten