136 Literaturbericht. Abfolge. Die Umrechnung geschah in der Weise, dafs bestimmt wurde, wieviel durchschnittlich in jeder Reihe auf den Kopf des Schüler entfielen. Das 3. Kapitel bietet zunächst in einer Reihe von Tabellen eine Ge¬ samtübersicht über die gewonnenen Ergebnisse. (Hierbei hat sich bei der S. 42, Monat November, der Fehler eingeschlichen, dafs für das 11.—12. Alter die Werte vertauscht wurden, sie heifsen richtig: 995 und 1425, der Fehler erweist sich auch in den nächsten Kurven störend, doch keineswegs so, dafs er eine Fälschung des Ergebnisses zur Folge hat). Die Tabellen offen¬ baren auf den einzelnen Altersstufen charakteristische Eigentümlichkeiten. Übereinstimmend zeigen sie um Dezember und Januar herum eine starke Kapazitätszunahme, einen bedeutenden Niedergang^ für den Monat April. Deutlich ist zu unterscheiden eine pro- und eine regressive Periode. Die erste hat ihren Kulminationspunkt um den Januar herum, die zweite um den Monat Mai. Im einzelnen allerdings verschiebt sich in den aufeinander¬ folgenden Entwicklungsstadien die Lage dieser Punkte um ein geringes. Der Tiefpunkt ist in seiner Lage durchweg konstant. Im Alter von 9—10 Jahren bemerkt man eine wellenförmig, im grofsen und ganzen fort¬ gesetzt steigende Zunahme bis zum März, dann folgt ein tiefes Minimum im April und eine stete Zunahme bis zum Juni. Im allgemeinen läfst der Kurvenverlauf mit steigendem Alter auf gröfsere Gleichmäfsigkeit und Konstanz in der psychischen Energie schliefsen. Es weisen die Knaben¬ kurven gröfsere Schwerfälligkeit auf. Eine Aneinanderordnung der einzelnen Kurven ergibt ein Bild der Gesamtentwicklung vom 9.—14. Lebensjahre. Diese Anordnung läfst zu¬ gleich einen Tiefpunkt psychischer Kapazität um den Monat Juli er- schliefsen. Folgende Ergebnisse sind noch besonders zu verzeichnen : 1. während die Zunahme der psychischen Kapazität sich verdoppelt bei den Mädchen, wächst sie bei den Knaben nur um die Hälfte des Anfangs¬ wertes in dem gleichen Zeitraum ; 2. die Wachstumsunterschiede sind auf den niederen Altersstufen wesentlich gröfser als auf den höheren und korrespondieren beiderseits auf den aufeinanderfolgenden Altersstufen so regelmäfsig, dafs von der einen zur anderen ein Wechsel von Wellenberg und Wellenthal sich deutlich auf weisen läfst; 3. die Veränderlichkeit der psychischen Kapazität zeigt gleicherweise ein regelmäfsiges Auf- und Absteigen in den aufeinanderfolgenden Monaten. Aus den formalen Versuchsergebnissen möchte ich nur dasjenige hervorheben, das die Anzahl der jeweils überhaupt niedergeschriebenen Wörter mit der der richtig reproduzierten vergleicht. In diesem Verhältnis haben wir offenbar ein Mafs für die Phantasietätigkeit, können an der Hand desselben die Schwankungen derselben beobachten. Es zeigte sich die Energie der Phantasietätigkeit bei Mädchen den Knaben gegenüber um die Hälfte überlegen. Mit steigendem Alter nimmt die Neigung zu phantasie- mäfsigem Ergänzen stetig ab, bei Mädchen wesentlich langsamer als bei Knaben. Die Neigung zu nüchterner Wiedergabe steigt schneller in den aufeinanderfolgenden niederen Altersstufen als auf den höheren. Die Neigung zu phantasieren war bei Wörtern akustischen Inhalts doppelt so