Litera turberich t. 125 langwährenden und gleichbleibenden, günstigen oder ungünstigen Lebens¬ umständen erzeugt erscheinen, „da die Naturvölker ursprünglich genau so gutes Menschenmaterial besafsen, als die Ahnen der Culturvölker“. (S. 98.) Gleichwohl ist es nach Robertson ausgeschlossen, clafs eine Rasse als solche allein aus eigener Kraft eine Civilisation schaffe. Eine decidirte Stellungnahme zwischen den beiden Parteien hält der Yerf. angesichts des unzureichenden empirischen Materials für unzulässig und verfrüht. Dafs der Yerf. selbst nicht so parteilos ist, wie er es von Anderen fordert, beweisen seine wiederholten Bemerkungen über die Engländer und Buren, sowie über den Katholicismus („der Aberglaube in unserer Cultur“). Yon Werth sind die sorgfältigen Literaturnachweise des Yerf. Kreibig (Wien). A. Broca. Souvenir d’un électrocuté. Rev. scientifique 15 (20), 621—622. 1901. Im Vorliegenden werden uns Beobachtungen geboten, welche wiegen ihrer Seltenheit um so gröfsere Beachtung verdienen. B. war 2 bis 3 Seeunden dem elektrischen Strome eines Ruhmkoref von 50 Ampère bei 6 cm Polentfernung ausgesetzt gewesen und hat uns seine psychischen und physischen Zustände während und nach diesem Unfall übermittelt: Er wurde durch einen allgemeinen Muskeltetanus zur Erde geschleudert. Vergebens suchte er sich von der Elektrode frei zu machen. Er dachte an die Experimente von Prévost und Batelli und gab sich für verloren. Hierauf rief er seinem Mitarbeiter zu, er möchte den Draht durchschneiden. Doch brachte er nur einen unförmlichen Schrei heraus. Er verlor die Empfindung für seine Arme und Hände. Die Mauern des Saales schienen sich um 45° zu beugen und grün zu färben. Hierauf entschwand ihm das Bewufstsein. Sein Mitarbeiter durchsehnitt den Draht. Alsbald kehrte das Bewufstsein wieder. B. erinnert sich nicht, Schmerz gehabt zu haben, sondern nur Angst. Nachdem er sich von der Erde er¬ hoben hatte, konnte er sogleich wieder gehen und hatte die sonderbare Empfindung, dafs sein Kopf und seine Beine allein existirten. Yon seinen Armen und dem oberen Theile seines Rumpfes hatte er kein Existenz¬ gefühl. Die Fingerbeuger waren steif. Als seine Hände von seinem Mit¬ arbeiter berührt wurden, hatte er intensive Kälteempfindungen. Das Kneifen fühlte er gar nicht. Der Muskelsinn war aufgehoben. Die Hyper¬ ämie der Hände und Vorderarme war bedeutend. Nach 3 bis 4 Minuten wurden die Armbeuger, nach einer Viertelstunde die Fingerbeuger wieder beweglich. Die Empfindlichkeit und der Muskelsinn kehrten zugleich mit der Beweglichkeit wieder. Die Ueberempfindliehkeit gegen Kälte dauerte ungefähr eine halbe Stunde. Beim Umhergehen kam er aufser Athem. Doch vermochte er die 5 Etagen zu seiner Wohnung emporzuklimmen. 17-2 Stunde später wurde er von einer heftigen Herzensangst ergriffen. Letztere verschwend am anderen Morgen. Nach 48 Stunden war von dem Vorfall nichts mehr zu bemerken. B. führt die bei diesem Unfall auftretende Paralyse auf eine directe Einwirkung des elektrischen Stromes auf die GewTebe zurück, die Störung der Herzthätigkeit auf eine Vergiftung des Blutes, welche durch die heftige Muskelirritation hervorgebracht war. Giessler (Erfurt).