118 Erklärung zu der vorstehenden und einer früheren Arbeit von C. Hess über totale Farbenblindheit. Von Prof. W. A. Nagel in Berlin. Wenn ich auf die vorstehende Arbeit von C. Hess mit ihren Angriffen gegen mich ebensowenig in extenso antworte, wie auf seine vorhergehende Publication im Archiv für Augenheilkunde1 oder auf etwaige weitere Ausfälle in späteren Arbeiten, so bitte ich, darin nicht etwa Zustimmung zu den Huss’schen Aus¬ führungen sehen zu wollen. Ich beschränke mich auf die Con- statirung der Thatsache, dafs die beiden Arbeiten, ebenso wie die gegen v. Kries gerichteten, in einer eine geordnete Dis¬ cussion fast ausschliefsenden Weise mit Unrichtigkeiten und Entstellungen gefüllt sind. So sucht Hess es jetzt so darzu¬ stellen, als ob zwischen den Anschauungen von v. Kries und mir bezüglich der Retinafunction wesentliche Unterschiede be¬ ständen, u. A. bezüglich der Gröfse des adaptationsfreien Be¬ zirks, den ich in meiner Mittheilung über totale Farbenblindheit2 kleiner angenommen hatte, als v. Kries in einer um mehrere Jahre zurückliegenden Publication. Dabei ist es Hess genau bekannt, dafs jene älteren Angaben von v. Kries auf Unter¬ suchungen beruhten, die ausgesprochenermaafsen nur eine angenäherte Bestimmung des stäbchenfreien Bezirks ermöglichten, v. Kries selbst aber später mehrfach die kleinere Zahl 2 0 angegeben hat, und dafs die Untersuchung, auf Grund deren ich die noch etwas geringere Gröfse jenes Bezirks (für meine Augen) angab, von v. Kries und mir gemeinsam 1 C. Hess. Bemerkungen zur Lehre von den Nachbildern und der totalen Farbenblindheit. Arch. f. Augenheilk. 44, S. 246. 3 W. A. Nagel. Einige Beobachtungen an einem Falle von totaler Farbenblindheit. Arch. f. Augenheilk. 44, S. 153.