Li ter a turberich t. 63 geblieben. Der Verf. hat sich die Aufgabe gestellt zn zeigen, dafs nament¬ lich bei den höher entwickelten Pflanzen Einrichtungen zur Aufnahme von Reizen allgemeiner verbreitet sind, als man bisher angenommen hat. Die vorliegende Untersuchung beschränkt sich auf die Untersuchung von Ein¬ richtungen zur Aufnahme mechanischer Reize, speciell solcher, die Be¬ wegungen auslösen. Zur Beschreibung dieser Einrichtungen hatte Verf. die Wahl zwischen der in der thierischen Physiologie üblichen anthropomorphen Nomenclatur oder einer möglichst objectivirenden, wie sie neuerdings von vergleichend¬ physiologischer Seite in Vorschlag gebracht worden ist. Verf. entscheidet sich für die erstere, allgemein übliche, um die Analogie zwischen der pflanzlichen und thierischen Organisation möglichst hervortreten zu lassen. Die Gefahr, dafs der Doppelsinn dieser Begriffe zu Mifsverständnissen Veranlassung geben könnte, hält er für ausgeschlossen. Er spricht dem- gemäfs von Sinnesorganen der Pflanzen und bezeichnet die verschiedenen Einrichtungen als Fühltüpfel, Fühlhaare etc. Der gröfste Theil des Buches ist gewidmet der speciellen Unter¬ suchung der reizaufnehmenden Theile an Staubblättern, Narben, Griffeln, Gynostemien, Laubblättern und Ranken einer grofsen Zahl von Arten, wobei der Verf. über ein ansehnliches Material von eigenen Beobachtungen verfügt und die fraglichen Structuren durch viele Abbildungen auf 6 Tafeln erläutert. Vom rein beschreibenden Gesichtspunkt ist zu unterscheiden zwischen Fühltüpfeln und Fühlpapillen einerseits, Fühlhaaren und Borsten anderer¬ seits. Die beiden ersteren Formen sind die einfacheren insofern, als der mechanische Reiz durch die Zellwand direct auf das reizbare Protoplasma übertragen wird, während dies bei den anderen Formen vermittelst be¬ sonderer Hülfsapparate geschieht. In allen Fällen kommt es darauf an, eine Deformirung des reizempfänglichen Protoplasmas von bestimmter Gröfse und nicht zu langsamer Entwickelung herbeizuführen. Mit Recht weist der Verf. zum Schlüsse auf die weitgehende Analogie in der Structur der für mechanische Reize empfindlichen Organe bei Pflanzen und Thieren hin. M. von Frey (Würzburg). G. L. Johnson. Contributions to the Comparative Anatomy of the Mammalian Eye, chiefly based on Ophthalmoscopic Examination. Philos. Trans. Royal Soc. London. 82 S. 30 Tafeln. 1901. Ein überaus reiches Thatsachenmaterial hat Johnson in dem speciellen, beschreibenden Theil seiner Arbeit niedergelegt. Es ist eine fast voll¬ ständige ver gleichende O phthal mos copie der Säugethiere. Noch nie ist ein solches Material untersucht worden, erhalten wir doch die Be¬ schreibung des Augenhintergrundes von nicht weniger als 182 Arten, die sich auf 103 Genera aus 47 Familien vertheilen. Mit Ausnahme der Cetaceen (Wale) und Sirenen, bei denen eine Augenspiegelunter¬ suchung wohl stets ein frommer Wunsch bleiben wird, sind Vertreter aller gröfseren Säugethiergruppen untersucht, und ein Atlas von 26 farbigen Tafeln giebt ein prächtiges, überaus anschauliches Bild der beschriebenen