368 Literaturbericht. zwischen den Querdisparationen und Gesichtswinkeln aufstellt, dafs dabei aber die wirklichen Werte der gesehenen Entfernungen ganz in suspenso bleiben. Nimmt man an, dafs es gerade die gesehene Entfernung ist, die (neben dem Gesichtswinkel) den Gröfseneindruck bestimmt, so wird man sagen dürfen, dafs hierdurch der Aufstellung des Verf. zunächst noch eine gewisse Unvollständigkeit oder Undurchsichtigkeit anhaftet. Vielleicht ist aber an der von H. gefundenen Gesetzmäfsigkeit gerade das beachtenswert, dafs zwischen jenen beiden physiologischen Momenten (Zunahme des Ge¬ sichtswinkels und der Quer disparation) eine einfache Beziehung stattfindet, trotz der viel verwickelteren Art, in der der Wert der gesehenen Entfernung sich bestimmt. v. Keies (Freiburg i. B.). Feank Allen. Persistence of Vision in Color-Blind Subjects. Physical Review 15 (4), 193—225. In früheren, an normalen Augen vorgenommenen Versuchen hatte Allen gefunden, dafs die Flimmerwerte verschiedenfarbiger Lichter sich in gesetzmäfsiger Weise mit der Wellenlänge im Spektrum ändern, so zwTar, dafs die Lichter der beiden Enden des Spektrums erheblich geringerer Beizzahl pro Sekunde bedürfen, um eine kontinuierliche Lichtempfindung zu erzeugen, als die des mittleren Spektralabschnittes. Wird die Zeiteinheit (Sekunde) durch die Zahl der Lichtreize dividiert, wrelche gerade nötig ist, um den Eindruck einer ununterbrochenen Netzhautbelichtung hervorzurufen, so erhält man den Flimmerwert des betreffenden Lichtes, und trägt man diese für die einzelnen verschiedenfarbigen Lichter erhaltenen Werte als Funktion der Wellenlänge in ein System rechtwinkliger Koordinaten ein, so ergibt sich eine glatte Kurve, welche für das normale Auge bis 560 uy, fällt und dann wieder ansteigt. Die gleichen Untersuchungen, an 26 farbenblinden Individuen wieder¬ holt, ergaben sehr bemerkenswerte Abweichungen von diesem normalen Kurventypus. Allen unterscheidet nach den Flimmer Wertbestimmungen 6 verschiedene Typen unter den Farbenblinden: 1. solche mit abnorm grofsen Flimmerwerten am roten Spektralende, sonst aber normalem Kurven¬ verlauf. 2. Solche mit abnorm grofsen Werten im mittleren (gelbgrün bis blaugrün) Teile des Spektrums. 3. Kurven, welche durch zu grofse Flimmer¬ werte im Bot und dann noch einmal im Grün von der Norm abwTeichen (Kombination von Typus 1 und 2). 4. Eine Modifikation des vorigen: die Kurven fallen im ganzen Bot und Grün auseinander. 5. Abnorm grofse Flimmerwerte im Bot und Violett, Mitte normal. 6. Abnorm grofse Flimmer¬ werte im Grün und Violett, rotes Spektralende normal. 7. Die sämtlichen Flimmerwerte sind gröfser als die des normalen Auges; die Kurven laufen parallel, die des Farbenblinden liegt aber auf gröfserer Ordinatenhöhe als die des Normalen. Ein 8. Typus ist nicht beobachtet, wird aber theoretisch postuliert : die Flimmerwerte würden nur am violetten Ende des Spektrums von der Norm abweichen, im mittleren und roten Teil aber mit denen des normalen Auges übereinstimmen. Eine exakte Prüfung der Farbenblinden auf Typendifferenzen ist nicht vorgenommen worden und die knappen Angaben über die Besultate der HoLMGEENSchen Wollproben reichen nicht aus, um ein Urteil in diesem