314 Literatur bericht. fähigkeit im äufseren Kaum kehrt auch nach Jahren nicht zurück; Ge¬ sichts- und Tastempfindungen leisten keinen Ersatz. Die Untersuchungen U.s über Scheinbewegungen gehören in das Gebiet der vom Yerf. unter¬ suchten Täuschungen durch das Ohrlabyrinth (vgl. Kef. diese Zeit¬ schrift 30, S. 144). Yerf. weist besonders auf die Scheinbewegungen bei Einwirkung akustischer Eeize hin. W. Trendelenburg (Freiburg i. Br.). Torsten Thunberg. Untersnclmngen über die relative Tiefenlage der kälte-, wärme- und schmerzperzipierenden Kervenenden in der Haut und über das Verhältnis der Kältenervenenden gegenüber Wärmereizen. Skandinav. Archiv für Physiol. 11, 382. 1901. Die Arbeit ist in zwei Hauptabschnitte gegliedert, von denen der 1. das Thema: „Über den relativen Abstand der kälte-, wärme- und schmerzperzipierenden Nervenenden von der freien Oberfläche der Haut“ behandelt. In der Einleitung zu diesem Abschnitte wTird darauf hingewiesen, dafs schon Tanzi und v. Frey die Tatsache, dafs die Apperzeptionszeit der Wärmeapparate eine gröfsere sei als die der Kälteapparate, durch die ober¬ flächlichere Lage der letzteren zu begründen versucht haben. Auch Alrutz kam auf Grund chemischer Eeizung der Kälte- und Wärmepunkte zu dem¬ selben Eesultate. Dagegen lassen sich Ein wände erheben wie : die spezifische Keizbar- keit der Kälte- und Wärmepunkte ist eine verschiedene oder das Stadium der Latenz ist bei den Wärmepunkten gröfser oder ferner: der Charakter der von einem Wärmepunkte ausgelösten Sensation ist ein eigentümlich träger. Thermische Eeizung der erwärmten und abgekühlten Haut soll eine Entscheidung in dieser Frage herbeiführen. Bezüglich der Methode sei bemerkt, dafs die der Eeizung vorher¬ gehende zweckmäfsige Temperierung der Haut, Abkühlung oder Erwärmung, durch einen sog. Temperator vorgenommen wurde, d. h. ein zylindrisches Metallgefäfs von 5Vs qcm wirksamer Bodenfläche, dem durch ein Eöhrchen entsprechend temperiertes Wasser zu-, durch ein anderes abgeleitet werden konnte, wobei ein eingestecktes Thermometer die Temperatur abzulesen gestattete. Die Eeizung selbst wurde mit Hilfe von entsprechend er¬ wärmten Silberlamellen von 4 qcm Fläche und verschiedener Dicke vor¬ genommen, so dafs die der Haut zugeführte Wärmemenge annähernd zu ermitteln war aus der Differenz der Temperatur der Eeizlamelle und der des Blutes X hem Gewichte der Silberlamelle (als Nummer der Eeiz¬ lamelle bezeichnet) X der spezifischen Wärme des Silbers zu 0,06 ange¬ nommen. Yerf. verbreitet sich des weiteren noch über die bei dieser Eeizung stattfindenden Wärmeströmungen in der Haut. Der Kreis der Untersuchungen beginnt mit der Ermittlung derjenigen Momente, die das Zustandekommen der paradoxen Kälte¬ empfindung (v. Frey) besonders begünstigen. Folgende Methode soll die Erscheinung sehr deutlich hervorbringen: Yorwärmung der Haut