161 (Aue der physikalischen Abtheilung des physiologischen Instituts zu Berlin.) Über Dunkeladaptation. Von Dr. med. H. Piper, Assistent am physiologischen Institut der Universität Berlin. Über den zeitlichen Verlauf und die quantitativen Ver¬ hältnisse der Adaptation, beziehungsweise der bei Dunkelaufent¬ halt sich vollziehenden Empfindlichkeitssteigerung der Netzhaut, liegen bislang noch keine vollständig befriedigenden Unter¬ suchungen vor. Nach Aubert *, von dem die ersten, zur Fest¬ stellung dieser Dinge durchgeführten systematischen Messungen herrühren, haben nur Charpentier 2 und Treitel 3 es wieder unternommen, der Untersuchung des Gegenstandes von neuem nachzugehen. Zwar liegen aufserdem noch einige Angaben von anderen Autoren über den Grad der Empfindlichkeitssteigerung des Sehorganes nach langen Adaptationszeiten vor, doch wurden diese quantitativen Resultate mehr gelegentlich beim Verfolgen anderer Fragen gewonnen und charakterisieren nur einen be¬ stimmten Punkt, meistens den Endpunkt bezw. die Endstrecke des Adaptationsverlaufes. Bezüglich der hier zu erörternden Fragen beanspruchen sie insofern ein besonderes Interesse, als die angegebenen Zahlen zum teil um kolossale Beträge höher sind, als die quantitativen Ergebnisse Auberts. Bei der Wichtigkeit, welche der Adaptationszustand des Auges nach neueren Untersuchungen für die Farbenmischungs- 1 Aubeet: Physiologie der Netzhaut. Breslau 1865. 2 Chaepentiee : Expériences sur la marche de l’adaptation rétinienne. Archives dJ ophthalmologic 6. 1887. 3 Teeitel: Über das Verhalten der normalen Adaptation. Graefes Archiv für Ophthalmologie 1887. Zeitschrift für Psychologie 81. 11