418 Gisela Schäfer. deckten. Rechts und links von diesem Felde ragten mondsichel¬ förmig die beiden Farbenfelder hervor; ein Übelstand, den ich nicht beseitigen konnte, ohne die Gröfse des Feldes wesentlich zu verringern, der aber für den Erfolg meiner Versuche nicht von wesentlicher Bedeutung sein konnte. Eie jeweilige Weite der Pupille wurde mittels des Zer¬ streuungskreises gemessen, den ein Lichtpunkt in demselben Auge entwarf, das zur Beobachtung des Mischfeldes benutzt wurde. Vor dem Okular (o) des Fernrohrs war nämlich unter einem Winkel von ca. 450 ein Deckgläschen (D) angebracht, das als Spiegel wirkend, die Strahlen nach dem Auge reflektierte, die von einer kleinen Öffnung eines Schirmes (s.2), hinter dem ein Brenner (Af) stand, ausgingen, und die durch Konkav¬ gläser (Ls) stark divergent gemacht worden waren. Endlich war im Okular des Fernrohres eine Teilung an¬ gebracht, an welcher die Gröfse des Zerstreuungskreises gemessen werden konnte. Der Beobachter sah somit, indem er im ver¬ dunkelten Raume experimentierte, durch das Fernrohr, wenn Komplementärfarben verwendet worden waren, ein weifses, rechts und links farbig begrenztes Feld, in der Mitte desselben den relativ kleinen Zerstreuungskreis, der gelblich schimmernd von so geringer Intensität war, dafs er eben noch sicher wahr¬ genommen werden konnte, endlich die auch nur eben sichtbare, sich schwarz abhebende Teilung. Durch Ziehen an Fäden konnte man abwechselnd die eine oder die andere Spalte des HELMHOLTzschen Schirmes verdecken, und nun die Veränderung der Gröfse des Zerstreuungskreises beobachten. Die Versuche erstreckten sich auf die beiden Grundfarben Rot und Blauviolett. Es wurde erst durch einen Spalt des HELMHOLTzschen Schirmes ein Rot von dem Farbenton der Grundfarbe hindurchgelassen, dann die zweite Spalte so verschoben, und beiden Spalten eine solche Breite gegeben, dafs das Mischfeld weifs erschien. Ganz analog wurde ein andermal mit dem Blauviolett verfahren. In einem vollständig dunklen Raum wurden eine gröfse Zahl von Versuchen angestellt, die für mich übereinstimmende Resul¬ tate ergaben, welche dann auch von anderen Beobachtern be¬ stätigt wurden. Mit Rot und seinem Komplement habe ich 60 Versuche angestellt und zwar sowohl mit hell- als mit dunkel¬ adaptiertem Auge. Ich habe auch abwechselnd einmal das Grün zuerst beobachtet, dann das Rot oder erst die Mischfarbe und