161 (Aus der physikalischen Abteilung des physiologischen Instituts der Universität Berlin.) Über das Helligkeitsverhältnis monokular u. binokular ausgelöster Lichtempfindungen. (Fortsetzung der Untersuchungen über Dunkeladaptation des Sehorganes.) Von Dr. med. H. Piper, Assistenten am physiologischen Institut der Universität. (Mit 2 Fig.) Für die Vorstellung, welche wir uns über den Mechanismus der Vereinigung beider Sehfelder zu einem Bilde zu machen haben, ist die Frage von wesentlicher Bedeutung, ob sich die beiden monokularen Netzhauterregungen zur Auslösung einer einzigen stärkeren Helligkeitsempfindung summieren oder ob dies nicht erfolgt, d. h. also, ob wir mit zwei Augen die Dinge heller sehen als mit einem oder ebenso hell. Man sollte meinen, die Antwort wäre durch einen einfachen Versuch gegeben: man •• hätte nur zu beobachten, ob bei Schliefsung und Öffnung eines Auges eine abwechselnde Verdunklung und Erhellung des Ge¬ sichtsfeldes zu konstatieren ist. In dieser Weise stellte Fechner 1 Versuche an sich selbst und einer Anzahl anderer Personen an und kam zu dem Er¬ gebnis, dafs wohl die meisten, wenn sie den Himmel oder eine andere gleiehmäfsig weifse oder graue Fläche betrachteten und nun ein Auge schlossen oder verdeckten, einen ganz leichten Schatten über die Fläche sich legen sahen, dafs dagegen einige 1 Fechnek: Über einige Verhältnisse des binokularen Sehens. Abhdl. d. Sächs. Gesellsch. d. Wissenschaften 7, 1860, S. 423. Zeitschrift für Psychologie 32. 11