113 • « Uber die Wahrnehmung des Flimmerns durch normale und durch total farbenblinde Personen. Von J. y. Kries. Die Beobachtungen von Schaternikoff 1 haben es wahr¬ scheinlich gemacht, dafs die Stäbchen resp. der mit ihnen als Endorganen ausgerüstete Bestandteil des Sehorgans eine ge¬ ringere Empfindlichkeit für schnelle periodische Wechsel des einwirkenden Lichtes besitzen als der trichromatische Bestand¬ teil; es konnte dies daran ersehen werden, dafs rotierende Scheiben, um völlig gleichmäfsig zu erscheinen und nicht mehr zu flimmern, schneller laufen müssen, wenn man mit gut helladaptiertem Auge, als wenn man mit dunkeladaptiertem Auge beobachtet. Im Hinblick auf die bekannte, neuerdings so viel diskutierte Theorie der totalen Farbenblindheit war hier¬ durch die Frage nahegelegt, wie sich die mit dieser Anomalie behafteten Personen in Bezug auf die Erscheinungen des Flimmerns rotierender Scheiben verhalten möchten, insbesondere ob für sie bei der gleichen oder schon bei einer geringeren Umdrehungsfrequenz das Flimmern aufhört. Soviel mir bekannt, sind Angaben hierüber in der Literatur nicht vorhanden. Da mir zur Zeit kein Fall der genannten Art zur Verfügung stand, so bat ich Herrn Kollegen Uhthoff, bei sich bietender Gelegen¬ heit dieser Frage seine Aufmerksamkeit zuzuwenden. Herr Kollege Uhthoff ist dieser Aufforderung mit sehr dankenswerter Bereitwilligkeit nachgekommen und hat mir über seine Beobachtungen die nachstehenden Mitteilungen gemacht, die ich mit seiner freundlichst erteilten Zustimmung hier be¬ kannt gebe. 1 Zeitschr. f. Psychol. 29, S. 241. Zeitschrift für Psychologie 32. 8