38 Über Unterscliiedsschwellen bei Mischungen von Kontrastfarben* Von GK Heymans. Die hier folgende Mitteilung bezieht sich auf die Ergebnisse einer bereits ziemlich alten (in 1898 abgeschlossenen) Unter¬ suchung, deren Veröffentlichung aber bis jetzt aufgeschoben wurde, weil dieselben mit dem Gegenstände meiner seitdem er¬ schienenen Arbeiten über psychische Hemmung1 in einem ge¬ wissen Zusammenhang stehen. Indem jedoch jene Ergebnisse auch abgesehen von diesem Zusammenhang vielleicht einiges Interesse beanspruchen können, empfiehlt es sich, dieselben ge¬ sondert den Fachgenossen vorzulegen, und erst am Schlufs kurz auf die Beziehung derselben zu den Hemmungserscheinungen hinzuweisen. Das Ziel der betreffenden Untersuchung war die Bestimmung der bei der Mischung von Kontrastfarben sich ergebenden Unter¬ schiedsschwellen ; das Versuchsverfahren bestand darin, dafs je zwei Kontrastfarben (rot und blaugrün, braungelb und blau, weifs und schwarz) in sechs verschiedenen Verhältnissen (5:1, 4:2, 3:3, 2:4, 1:5, 0:6) gemischt, und für jede Mischung die zur Erzielung eines ebenmerklichen Unterschiedes erforderte Er¬ setzung der jeweilig letzteren durch die jeweilig erstere Farbe nach der Methode der Minimaländerungen ermittelt wurde. Der vielleicht etwas schwerfällige, aber immerhin brauchbare Versuchs¬ apparat (Fig. 1) bestand aus einem graduierten flachen Metallring von 40 cm Durchmesser, welcher auf einem metallenen Kreuze montiert war, und mittels desselben auf eine gewöhnliche Dreh¬ scheibe befestigt werden konnte. Auf das Kreuz wurde eine das Innere des Ringes ganz ausfüllende blaugrüne, blaue oder schwarze Farbenscheibe von 36,5 cm Durchmesser festgeschraubt; 1 Zeitschr. f. Psychol 21, S. 321—359 u. 26, S. 305—382.