(Aus dem Physiologischen Institute der Universität in Wien.) Untersuchungen über die Herabsetzung der Sehschärfe durch Blendung. Von Dr. Alfred Borschke, Demonstrator der physiolog. Lehrkanzel in Wien, Assistenzarzt-Stellvertreter im Garnisonspitale Nr. 1 in Wien, 3. Abteilung. (Mit 4 Fig.) Allgemein bekannt ist die Tatsache, dafs schwache Hellig¬ keitsunterschiede, die für uns eben noch bemerkbar sind, durch Auftreten eines stärkeren Lichteindruckes an einer anderen Stelle der Netzhaut zum Verschwänden gebracht werden können. So ist es zum Beispiele unmöglich, Sterne geringerer Helligkeit in der Nähe des Mondes wahrzunehmen, so wirken abends hell¬ leuchtende Laternen auf der Strafse, die ihr Bild direkt auf unsere Netzhaut werfen, höchst störend auf die schwachen Licht¬ eindrücke, welche die angrenzenden Netzhautpartien treffen, und es ist unserem Auge unmöglich, den „Schein“, der die Flammen umgibt, durchdringend die weiter entfernten, schwach be¬ leuchteten Häusergruppen zu sehen. Treten wir aber einige Schritte seitwärts und weichen so mit unserem Blick der Laterne aus, so kann es uns leicht gelingen, dieselben Häusergruppen bei gleicher Beleuchtung und aus der gleichen Entfernung ganz gut und deutlich wahrzunehmen. Bekannt ist auch, dafs ein Radfahrer durch die intensiv leuchtende Aeetylenlateme dem Entgegenkommenden unkenntlich oder gar unsichtbar erscheinen kann ; ferner vermag die sinkende Sonne den westlichen Horizont vollständig der Beobachtung zu entziehen usw. Eine hervorragende Bedeutung hat diese Art der Blendung auch beim Gebrauche des Augenspiegels, indem bei schwer zu Zeitschrift für Psychologie 34. 1