286 Literaturbericht. durchschnittlichen Fehler beurteilt als vier Elemente in einer ungewöhn¬ licheren Anordnung. Wenn eine Anzahl von Elementen gleichmäfsig über eine gewisse Fläche verstreut ist, so erscheinen die Elemente zahlreicher als wenn sie auf einem kleineren Teil derselben Fläche zusammengedrängt sind. Wenn jedoch die Elemente zusammen mit der Fläche verkleinert werden, z. B. vermittels einer Vergröfserung der Entfernung vom Auge, so erscheint ihre Zahl gröfser. Eine Reihe ähnlicher Versuche zeigt das¬ selbe Ergebnis; nämlich, dafs das Zahlurteil abhängig ist von unseren Er¬ fahrungen betreffend die gewöhnlichsten räumlichen Anordnungen einer gegebenen Zahl von Elementen. Max Meyer (Columbia, Missouri). W. Wirth. Ein neuer Apparat für fiedächtnisversnche mit sprungweise fort¬ schreitender Exposition ruhender Gesichtsobjekte. Mit 4 Fig. im Text. Philos. Stud. 18 (4), 701—714. 1903. Dieser neue Apparat des Verf. gestattet wie der von Ranschburg be¬ schriebene (.Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie 10, 8. 321), die ruhige Exposition einzelner Glieder einer Reihe von Gesichtsgegenständen, die bei variablen Intervallen hinter dem Diaphragma eines Schirmes sich sprung¬ weise dem Beobachter darbieten. Nach den Angaben besitzt der Apparat vor dem RANSCHBURGSchen den Vorteil, dafs er geräuschlos arbeitet. Der Apparat wird durch ein Gewicht bewegt und ist mit besonders einge¬ richteten elektromagnetischen Widerhaltern versehen. Er wird in zwei Formen beschrieben : in einer einfacheren als Scheibenapparat, der wie der RANSCHBURGSche die sprungweise Exposition von 60 Objekten zuläfst und sodann in einer komplizierteren, bei welcher die Bewegung auf eine Trommel mit endlosem Papier übertragen wird, welch letzterem die darzu¬ bietenden Gesichtsobjekte aufgedruckt sind. Kiesow (Turin). Kate Gordon. Meaning in Memory and in Attention. Psych. Rev. 10 (3), 267—283. 1903. Verf. will zu den zwei Assoziationsgesetzen der äufseren und inneren Assoziation, d. h. Assoziation durch Zusammensein und durch Ähnlichkeit, noch ein drittes hinzufügen, Assoziation durch Bedeutung. Verf. berichtet, nach einer kurzen historischen Übersicht, über einige Experimente. Neun sinnlose Silben wurden gelernt und das Resultat verglichen mit dem der Erlernung von neun Silben unter komplizierteren Bedingungen. Wenn die Silben, statt alle am selben Ort zu erscheinen, an verschiedenen Plätzen in der Form eines Kreises auftraten, so war die Erlernung leichter und der ganze Vorgang nach Aussage der Versuchspersonen viel angenehmer. In einem anderen Fall waren die Silben der Vergleichsreihe auf ver¬ schieden gefärbte Papiere gedruckt. Vier von fünf Versuchspersonen lernten besser, wenn die Farbenunterschiede sich darboten. Einige weitere Experimente, mit bezug auf den Einflufs einfacher und komplizierter Figuren auf die Aufmerksamkeit, zeigen, dafs komplizierte Figuren die Aufmerksamkeit im allgemeinen leichter auf sich ziehen und länger auf sich konzentriert erhalten als einfache Figuren. Max Meyer (Columbia, Missouri).