274 Literaturbericht. Druck der Schrift, die Schreibinnervationen und die Schreibtypen zum Gegenstände hatten. Die Arbeit wurde in dem von Meumann geleiteten psychologischen Institut der Universität Zürich ausgeftihrt. Kiesow (Turin). \ W. Wibth. Bai Spiegeltachistoikop- Mit 1 Fig. im Text. Philos. Stud. 1& (4), 686-700. 1903. Die hier beschriebene sinnreiche Vorrichtung ist ein durch Motor¬ betrieb funktionierender Rotationsapparat, der an dem einen Ende der Rotationsachse eine mit einem Spalt versehene Spiegelscheibe trägt und durch genaue Einstellungen die Kombination reeller und virtueller Bilder zuläfst. Aufserdem läfst sich der Apparat sowohl zu Leseversuchen (ein¬ fache tachistoskopische Exposition einzelner Buchstaben, Worte, Zahlen), wie auch für Untersuchungen über „das Problem der diskontinuier¬ lichen Darbietung zweier nacheinander tachistoskopisch exponierter Ver¬ gleichsobjekte bei beliebiger Variation der Zwischenzeit“ ver¬ wenden. Kiesow (Turin). Th. Flournoy. F. W. H. ly er8 et son œuvre posthume. Archives de psycho¬ logie 2 (7), 269-296. 1903. In dieser nekrologischen Studie fafst Floubnoy geschickt und gründ¬ lich das Lebenswerk des ihm sehr sympathischen englischen Denkern (1843—1901) mit besonderer Berücksichtigung seines posthumen, von pietät¬ voller Hand zusammengestellten Buches zusammen. Einleitend und in Erwartung einer Biographie von Myers skizziert Flournoy dessen erste Beziehungen zu Sidowick, den beiden Balfour, W. James und Croockes,. die zur Gründung der Society for psychical research führten. In einem zweiten Abschnitt gruppiert er in kurzer Übersicht die Untersuchungen des MYERSSchen Werkes nach den vier Gesichtspunkten der Persönlichkeits¬ zersetzung (Hysterie, Genie), Schlaf und Hypnotismus, telepathische Hallu¬ zinationen und Extase (Besessenheit, Verzückung etc.). In dem dritten,, interessantesten Kapitel seiner Studie wendet sich Flournoy mit einem warmen Appell an seine Fachgenossen, das Werk des Myers trotz seiner Laienhaftigkeit und seiner religiösen Tendenzen ernst zu nehmen. Ob¬ wohl er sich selbst mit dieser Vermischung von Glauben und Wissen nicht recht befreunden kann, auch die unvollkommene Kenntnis und Ver¬ wertung der philosophischen Ergebnisse unserer grofsen Denker bei Myers ernstlich bedauert, meint Flournoy doch, dafs aus der Berücksichtigung der MYERSschen Theorie des Unterbewufstseins (conscience subliminale) als Hypothese verstanden, die noch zahlreicher Bestätigungen bedürfe,, mehr Nutzen zu ziehen sei, als aus den verwandteren, weil konfuseren Theorien „strengwissenschaftlicher“ und „positiver“ Psychologen von Fach. Wie denn überhaupt Myers im Prägen neuer Verdeutlichungen z. B. für den Begriff der Hysterie, der Suggestion, des Genies aufserordentlich glück¬ lich sei. Nicht ohne Genugtuung stellt Flournoy am Schlüsse fest, dafe die Fachgenossen im letzten Jahrzehnt dem „Mystizismus“ und „Spiritis¬ mus“ z. B. in bezug auf Telepathie wie überhaupt auf die Ausscheidung;