470 lÂtûraturbericht Reflexarten auslösen lassen, der Plantarr i nden- und der Plftntarß pinal- reflex. Unter normalen Bedingungen tritt der erstgenannte in die Er¬ scheinung; er äufsert sich in einer Plantarflexion sämtlicher Zehen und int etwa mit einer Greifbewegung der Zehen vergleichbar. Ber zentripetale Schenkel steigt in den Hintersträngen durch die Schleif enkreuzung und .mittlere Schleif© auf,, um in den kontralateralen Zentralwindungen der Untorextremität .in die zentrifugale Bahn überzugehen. Die betreffenden Pyramidenfasern enden wahrscheinlich in der Höhe des 2. Sakral»egmentes, — Ein© Störung auf der geschilderten Bahn macht den Reflex unwegsam und der der Planta zugeführte Reiz bricht sich vermittels von Reflex- kollateralen quer durch das Rückenmark Bahn und gelangt in der Höhe des 6. Lumbalsegmentes, zu einer anderen präform ierten zentrifugalen Bahn — so dafs eben der spinale Typus des Plantarreflexes zum Ausdruck kommt : eine beinahe tonisch© Kontraktion des Extensor hallucis longue. — Bas Tatsachenmaterial, welches für die Anwesenheit eines spinalen und eines zerebralen Hautreflexes spricht, ist reich, Zunächst interessiert uns die Beobachtung, dale immer dann, wenn die Tätigkeit der Hirnrinde herab sinkt oder eingeschränkt wird, der zerebrale Typus dem spinalen Plata macht, so im Schlaf© — wenigstens bei Kindern beobachtet — bei sehr jugendlichen Individuen, im Coma, in der Narkose, bei Gehirnerkrankungen, Bie Erfahrungen der experimentellen Physiologie bieten Analoga : der zere¬ brale Plantarreflex entspricht den Reflexen aus der Gruppe der Berühr ungs- reflexe Munks, die an der Integrität der entgegengesetzten Extremitätea- regton gebunden sind, der spinale erinnert an Reflexe aus der Grupp© der spinalen Gemeinreflex©, für die ebenfalls der lang andauernde beinahe tetanischen Kontraktionsmodus typisch ist. Bes weiteren lehrt die Phy¬ siologie den innigen Zusammenhang zwischen dem Rinden- und Spinal¬ reflex ©in und derselben Extremität kennen und zeigt, wie der spinal# Reflex in verstärktem Mafse dann zum Ausdruck gelangt, wenn di© Wege des kortikalen irgendwie ungangbar gemacht worden sind. Während also die Physiologie den zentralen Sitz der Hautreflexe sowohl in der Hirnrinde als auch in dem Rückenmark suchte, schlofs sich nur ©in kleiner Teil der Kliniker dieser Theorie an (so Jendrasbik, Strümpell, Pbtersen), das Gros hingegen hielt an dem aussehliefslich spinalen Typus fest. Bas Haupt verdienst der vorliegenden Untersuchung liegt in der umsichtigen Heran¬ ziehung klinischer wie experimenteller Erfahrungen, um den Beweis zu erbringen, dafs Hautreize sowohl im Gehirn als im Rücken¬ mark in Muskelbewegungen, reflektorisch umgesetzt werden können. Neben dem theoretischen Wert der Ergebnisse darf die prak¬ tisch© nicht unterschätzt werden: die Einsicht in di© Lokalisation der Reflexe wird bei der Bestimmung des Sitzes einer Erkrankung von wesent¬ licher Bedeutung sein. Miribacœb (Heidelberg). G. Ait, i*r lWtUt ift BlffQir» Année psychol. 8, 221—255. 1902. Amt hat Versuche und Beobachtungen über die Spiegelschrift an einer größeren Zahl von Erwachsenen und Schulkindern angestellt Er Heft mit beiden Händen zugleich schreiben, mit jeder Hand einzeln Spiegel¬ schrift schreiben, mit der linken Hand gewöhnlich© Schrift schreiben.