446 t Literaturbericht. Atom Fick. Gesammelte SoMItei* I. Band. Philosophische, physikalische und anatomische Schriften. Würzburg (Stahel). 1903. 4798. Preis 8,50 Mk. R. Fick veröffentlicht, zugleich im Namen seiner Geschwister, die gesammelten Schriften seines Vaters A. Fick, des bekannten Würzburger Physiologen, Fickb Arbeiten sind in den verschiedensten Zeitschriften zerstreut, und manche dadurch tatsächlich ziemlich schwer zugänglich geworden (wie die in den Würzburger Sitzungsberichten publizierten). Aus diesem Grunde erscheint ihre Sammlung, durch die sie dem Buch¬ handel und Bibliotheken zugänglicher werden, für die Vielen, die sich für Fickb Schriften interessieren, sehr erfreulich und verdienstvoll. Viele sind es, die in diesen Sammelbänden Interessantes finden, denn Fick war in hohem Grade vielseitig beanlagt und hat im Laufe seines arbeitsreichen Lebens nicht nur auf den verschiedensten Gebieten seines Hauptfaches, der Physiologie, fördernd und klärend gewirkt, sondern er hat auch in jungen wie in älteren Jahren eine stattliche Anzahl physikalischer und anatomischer Untersuchungen veröffentlicht, welch letzteren in dem ersten, soeben erschienenen Bande enthalten sind, zusammen mit einer Gruppe von Arbeiten auf den Grenzgebieten der Naturwissenschaften, hier als philosophische Arbeiten bezeichnet, über die Wahrscheinlichkeit, das Gröfsen- gebiet der vier Rechnungsarten, Ursache und Wirkung, Darwinismus usw. Ficks Grundrichtung in der Physiologie war charakterisiert durch sein spezielles Interesse und sein Verständnis für physikalische Probleme; da¬ durch wurde er von selbst auf physikalische Untersuchungen hingelenkt, die mit der Physiologie in mehr oder weniger nahem Zusammenhänge stehen. So behandelte er speziell di© Gesetze der Endosmose und Diffusion in einer ganzen Reihe von Arbeiten, erörterte aber auch allgemeinere Fragen, wie „die Naturkräfte in ihrer Wechselbeziehung“, „Zerstreuung der Energie“ u. a. Alle dies© Arbeiten sind, in Gruppen sachlich zusammengeordnet, in dem ersten der vier Bände, auf die das ganze Werk berechnet ist, zum Ab¬ druck gebracht. Vorangestellt ist die schon an anderer Stelle erschienene vortreffliche Biographie, von seinem Schüler und langjährigen Assistenten Fr. Schenck geschrieben, der es verstanden hat, in Kürze einen guten Überblick über Ficks Leben und Schaffen zu geben. Ein Bildnis des Ver¬ storbenen schmückt den ersten Band, dem die weiteren bald folgen sollen. W. A. Nagel (Berlin).