Litera turberich t. 317 J. Piltz. Iber aearotoilsche PipUlenreaktion. Neurolog. Zentrum. 1903, Nr. 6. Unter diesem Namen sucht Verfasser folgende klinische Beob¬ achtung einzufahren: bei Paralytikern, Tabikern, bei anderen organischen Erkrankungen des Zentralnervensystems, bei Alkoholisten, Diabetikern wurde eine auffallend träge Reaktion einer oder beider Pupillen in dem Sinne beobachtet, dafs die einmal — es ist gleich auf welcher Weise — zur Kontraktion gebrachte Iris, abnorm lange in dem Kontraktionszustand verharrt. In einem, Falle konnte diese Art Iriskrampf über 3 Stunden be¬ obachtet werden. ■—• Im Gegensatz zu anderen Autoren kann sich Verf. nicht entschliefsen, die Ursache der Erscheinung rein muskulär aufzufassen, vielmehr glaubt er ©ine Störung im zentrifugalen Schenkel des Reflexbogens dafür verantwortlich machen zu müssen, er schlägt deshalb den Namen „neurotonisehe“ Reaktion vor. Die Existenz einer rein myotoni¬ sch en .Reaktion soll nicht geleugnet werden, doch läfst die klinische Untersuchung beide voneinander scheiden. Der Namen tonische Be- wegungsform der Pupillenreaktion soll eine allgemeiner© Ausdrucksform darstellen für di© oben erwähnten beiden, Arten. — Auf die zahlreichen interessanten Details von rein klinischem Interesse kann hier nicht ©in¬ gegangen werden. Mbrzbachbb (Heidelberg). N. Triplett, i Contribution to Individual Psychology. Amer. Joum. of Psychol. 11 (1), 149—160. 1902. Verf. veröffentlicht di© autobiographischen Berichte eines jungen Mannes fiber eine merkwürdige geistige Beschäftigung seiner Kindheit. < Diese Beschäftigung besteht in einer Buchstabenmystik, die zu einem komplizierten System ausgebaut wird. Dumb (Würzburg). R. Eisleb. Soziologie. lii Lehre von der Kntsfthing und Entwicklung dir menschlichen Gesellschaft. Leipzig, I. J. Weber. 1903. (Webers Illmtrierte Katechismen 31). 305 S. 4 Mk. m Auf einem kurzen Raum versucht das Buch einen Überblick zu geben über sämtliche wesentlichen Fragen der Gesellschaftslehre — diesen Begriff dabei möglichst umfassend gedacht. Gibt man diese Aufgabe einmal als berechtigt zu, so mufs man auch die Art, wie Eisler sie gelöst hat, im wesentlichen, als gelungen bezeichnen.. Dafs die Erörterungen sich, etwas summarisch, stellenweise etwas lückenhaft gestalteten, w ar dann aus äufseren und inneren Gründen kaum zu vermeiden. In dem ersten allgemeinen Teil (Gesellschaft und Organismus, Asso¬ ziation, soziale Kausalität und Teleologie usw.) sähe man immerhin die psychologischen Process© der Einfühlung, Sympathie, Nachahmung, des Geselligkeite- und des Mitteilungstriebes, die ja doch die letzten Grund¬ lagen für die hier behandelten Erscheinungen bilden, gerne einer kurzen Erörterung unterzogen. Auch, eine blofs referierende Darstellung fände ja 'bei Baldwin, Bimmel, Tabot u. a. Stoff genug dafür. Erfreulich ist, dafs ein besonderer Abschnitt den einzelnen Kultur¬ gütern gewidmet int, und dafs dabei aufser Sprache, Sitte, Mythus auch