Literaturberich t. 307 wesentlich darin, gefunden, dafs für die Ausbildung des Pessimismus die Erde jederzeit genug Gelegenheit bietet. — Die Ausführungen Colviw« hätten vor 100 Jahren veröffentlicht werden können, ohne einen Fortschritt der Wissenschaft zu bedeuten. Dürh (Würzburg). H. B. Woolston. Religions Emotion. Amer. Joum. of Pêÿckol 18 (1), 62—79. 1902. Die religiöse Gemütsbewegung soll als Erfahrungstatsache beschrieben werden. Wie weit dies wirklich geschieht, mag man, aus dem, Folgenden, entnehmen. Woolston behauptet zunächst, jede Gemütsbewegung verdanke ihren Ursprung der Herstellung einer Koordination zwischen einem. Ein¬ druck einerseits und der Reaktion auf diesen, Eindruck andererseits, wenn. dm Zustandekommen dieser Koordination erst aus der Überwindung eines Konflikte widerstreitender Tendenzen hervorgeht. Deshalb, meint er, nehmen die Gemütsbewegungen mit wachsender intellektueller Bildung ab(!) In, der Anwendung dieser Grundgedanken auf die religiöse Gemüts¬ bewegung führt W. ans, wie die verschiedenen Gedankengänge, di© durch Lebenserfahrung und den Ein fluf« der Gesellschaft im Menschen wach¬ gerufen werden, in einer religiösen Weltanschauung sich versöhnen und wie dieser Harmonisierung verschiedener Tendenzen das beseligende Gefühl des Glaubens entspricht. Erscheint so die religiöse Gemütsbewegung nur als Symptom für den Prozefs, der in richtigem Leben und Handeln seinen AbschleJfe findet, dann darf dieselbe nicht Selbstzweck sein — ein Schlüte, der .allen denen selbstverständlich erscheinen mufs, die ihre Kenntnis von dem Wert einer Sache .nicht aus der psychologischen Erfahrung sondern ans metaphysischen Überlegungen schöpfen. Dürr (Würzburg). Cu. FAmA I’imflveice i» rythme «mr le travail. Année p&ychoL 8,49—106. 1902. — L’altomaico de ractivité des de« hémisphères cérébraux. Ebda. 107—149. — L’imlnence de quelqiei poisons nerveux sur le travail. Ebda, 151—184. Auch der diesmalige Bericht Férés über seine umfangreichen Geo¬ graphischen Arbeiten ist so zu stände gekommen, dafs die massenhaften Rohtabellen und Kurven mit dürftigen Vor-, Zwischen- und Nach¬ bemerkungen versehen einfach aneinandergereiht wurden. Da dem Ref. nicht zugemutet weiden kann, die geistige Verarbeitung dieses Tabellariums, zu der dem Verf. die Zeit fehlte, selbst vorzunehmen, kann nur folgendes angedeutet werden. Di© erste Abhandlung gilt der Frage, wie di© ergo- graphische Leistung durch ein© Rhythmisierung der Arbeit beei.nfi.ii.fBt wird. Verschieden© Rhythmen, auch innerhalb eines Einzel Versuchs wechselnde Rhythmen, werden, durchgeprobt. Der zweit© Aufsatz weist fias Alternieren in. der Leistungsfähigkeit beider Hände nach. Wurde ab¬ wechselnd rechte und links gehoben, so ging mit Depressionsstadien der rechten Hand ein. Ansteigen der linkshändigen Leistung parallel. Der dritte Artikel endlich berichtet über Ergographenversuche unter dem Ein- flufs von Ätherinjektionen. Chloroforminhalationen, Opium, Haschisch, Codein usw. Die Wirkungen waren, sehr verschieden; der Haupttypus scheint aber doch zu sein: zuerst starke Exzitation, dann schnell folgend um so stärkerer Abfall der Leistung. W. Stern (Breslau). 20*