304 Literaturbericht. system, wo die Abszisse für di© Grttfs© der Normalintervalie, di© Ordinate für die Gröfse der Zeitschätznngen als Mafsstab dient, und diesen Kurven Plethysmogramm© parallel gehen in lassen, deren Abszisse doch dem Ablauf der Zeit entspricht, das ist dem Referenten unverständlich geblieben. Auch die Tabellen geben Rätsel auf und ent¬ halten, soweit ersichtlich ist, elementare Fehler. Es seien daher hier nur die wichtigsten Resultate in der Formulierung des Autors noch wieder* gegeben, wobei es unentschieden bleiben mufs, inwiefern dieselben brauch¬ bar sind : 1. Di© vasomotorisch© Kurve koinzidiert in wenigstens 50% der Falle mit den Schwankungen der Zeitschätzung. 2. Für Zeitintervalle, die gröfser sind als 8,7 Sekunden kann die Atmung als unterstützendes Hilfsmittel der Zeitschätzung dienen. 3. Das WiBiasch© Gesetz gilt nicht für die Schätzung von Zeit¬ intervallen, Dies letztere Ergebnis folgt, nicht aus den Versuchsresultaten von Stevens, nach denen die Furage der Gültigkeit des Womchen Gesetzes für Zeitschätzungen vielmehr unentschieden bleiben müfste. Düna (Würzburg). Cm H. S*a*s. A Osatribttttei t© fl,® Psychology of RlyftaL Amer. Jmrm« of AyeAol. Il (1), 28—81. 1902. Verf. will experimentell der Frage näher treten, inwieweit ein geübter Musiker dem, Verhältnis der ganzen, halben, Viertels, achtele Noten usw. Rechnung trägt, wieweit überhaupt Übereinstimmung In den Zeitverhält- nissen der einzelnen Takte herrscht. Er richtet daher ein, Harmonium so ein, dafs die Tonhämmer, solange der Ton andauert, einen Kontakt schliefsen, wodurch ein elektrischer Strom, zu einem elektromagnetischen Registrierapparat geleitet wird, der auf einem Kymographion Jene Tondauer verzeichnet. Seine Versuche mit verschiedenen geübten Klavierspielern ergaben, dafs zunächst individuelle Unterschiede im Tempo des Spielens vorhanden sind. Eine ganze Note hat bei verschiedenen Individuen und bei demselben Individuum in verschiedenen Stücken einen verschiedenen Zeitwert Aber es variieren die Zei.tm.afse auch bei. einem Individuum in einem und demselben Stück. Der mittler© Zeitwert der Bruchteile von Noten entspricht nicht genau dem jeweiligen Bruchteil des mittleren Zeit¬ wertes der ganzen. Noten, und die Abweichung vom exakten Wert wird nicht geringer, wenn di© Melodie mit Begleitung gespielt wird, wie die« MEUmann vermutet hat. Betonte und unbetonte Noten unterscheiden sich nicht immer hinsichtlich der Länge. Aber häufig ist doch, die betonte Note' länger als die unmittelbar folgende unbetonte von gleicher Längen¬ bezeichnung. Endlich ist noch hervorzuheben, 'dafs. die Versuche von, Sears häufig ein Andauern des vorausgehenden. Tons über den Beginn des folgenden hinaus erkennen lassen. Intervalle kommen gelegentlich, auch vor, besonders wenn dieselbe Note zweimal unmittelbar nacheinander gespielt wird. Dabei hat aber ©in. Inter?.all keinen Einfiufs auf die Länge des Taktes, indem di© dem Intervall vorausgehende Note entsprechend verkürzt wird. Dürr (Würzburg).