Literaiurberioh t 239 qualitäten der Fall. Das Wort für „süfs“ bedeutet eigentlich „guter Geschmack“ (vgl. ySve — fjdoucu, enavis — suadeo usw.) ; di© Ausdrücke für „salzig“ und „sauer“ zeigten Yerwechslungstendenz ; für „bitter“ konnte eine besondere Bezeichnung nur schwer erhalten werden (ähnlich auch aaderwftrte, sogar in Europa). Dem Annehmlichkeitsgrad nach stand der süf8© Geschmack allgemein am erster, der bittere an letzter Stelle; Über den, 'Vorzug von sauer oder salzig waren die Meinungen geteilt. Die an letzter Stell© mitgeteilten Beobachtungen beziehen sich auf Reaktionszeiten bei einfachen akustischen (Hammer) und optischen Reizen (Auftauchen einer weifsen Tafel in schwarzem Felde), sowie „optischen Wahlzeiten“ (blaue oder rote Tafel). Zur Messung diente in Ermangelung eines Chronoskops ein Kymographion. Vergleichsbestimmungen mit derselben Versuchsanordnung wurden in Sarawak (Borneo) und in England gemacht. Die Auswertung der Messungen, bei solchen Versuchen immer eine sehr heikle Aufgabe, besorgte Verf. mit grofser Vorsicht Er legt mit •Recht mehr 'Wert auf di© Zahlen, di© bei Ordnung der Baten nach der Gröfse in der Mitte der Serien stehen, als auf di© arithmetischen Mittel; er zieht den „Variationskoeffizienten“, d. i. das Verhältnis der mittleren Abweichung zum Mittel, in die Diskussion; er berechnet di© Mittelwerte auf verschieden© .Arten und sowohl unter Einschlufs wie unter Ausschlu.Cs der extremen Reaktionszeiten. Bei allen Schlufsfolgerungen werden die psychologischen und sonstigen Neben umstände, di© di© Zahlen mitbeein¬ flussen konnten, in Betracht gezogen. Während di© Reaktionszeiten bei akustischem Reiz für Murrayinsulaner und Engländer gleich waren, blieben erster© bei optischem Reiz und (optischen) Wahlreaktionen hinter letzteren um .20 a resp. 60 o zurück, wohl infolge der komplizierteren psychologischen Bedingungen dieser Versuche, bei denen die Aufmerksamkeit auch mehr auf den. erwarteten Reiz als auf di© vorgeschriebene Bewegungsreaktion gerichtet gewesen zu. sein scheint. Bi© jungen Erwachsenen von Sarawak reagierten schneller als die Engländer (um 20 o). Ein Unterschied ha der Zahl, der Leute, die brauchbar© Reaktionen lieferten, war nicht bemerkbar. Die jungen erwachsenen Insulaner reagierten schneller als die Kinder, schneller und regelmäfsiger als die alten Leute; nicht so in England, wo allerdings wirklich betagte Versuchspersonen nicht verwendet wurden. Extreme Reaktionen kamen bei Kindern selten vor. Der Unterschied des Temperaments spiegelt© sich in der individuellen Reaktionsweise der Insulaner deutlich wieder. Am Schlüsse gibt Verf* einen Überblick über die bisher unternommenen Versuche, Reaktionszeiten als Rassenmerkmale in di© Anthropologie einzuführen ; doch sind die Methoden noch zu ungenau und die Resultat© zu unsicher, um als solide Vergleichsbasis dienen zu. können. Hobnbostel (Berlin). J. w. The letft ta, Childhood end Folklore. Am. Joum. of P&ychoL It (2), 294—318. 1902. Verf, ist der Ansicht, die Psychologie, wie sie gewöhnlich betrieben werde, müsse sich notwendig auf di© Darstellung der einfachsten Formen psychischen Geschehens beschränken. Eine notwendige Ergänzung finde sie daher in. der genetischen Psychologie, Die Kinderpsychologie bildet