230 Literaturberickt. handelt. Flöten und. oboenartige Instrumente erwiesen sich zur Messung von Tonstufen als unbrauchbar. Die Reff, nehmen die reine Stimmung» die »Ich den Gebrauchsleitern enger als die temperierte anschlieist, bei den Japanern als Intendiert an» wenn auch einzelne Abweichungen auf 'die Möglichkeit des Einflusses der pythagoreischen Theorie hindenten uni gelegentlich eine Hinneigung zur gleichschwebenden Temperatur unverkennbar ist In der chinesischen Musik besteht, wie bei den Pythagoräern, der Quintenzirkel, die Einteilung der Saiten resp. Pfeifen nach der abnehmenden geometrischen Progression >• !■ (!)'• a? nsw. In der weiteren Frage nach dem Ursprung des Prinzips des Quintenzirkels vermnten die Verff.» dafs .Innerhalb der Oktave durch das Konson.anzgett.hI die nftchstniedrigere Verschmelznngsstnfe, di© Quint, entstand» die von beiden Endpunkten nach Innen, konstruiert, zu dem % Leiterskelett c f g c1 tthrte, Diese unausgettllten Tetrachorde finden, sich nun sowohl in der altgriechischen Musik (älteste Lyrastimmung), wie auf einzelnen chinesischen und, japanischen. Instrumenten. Die weitere Ans föllnng erfolgte dann durch Benutzung des Ganztons, Der im chinesischen Tetraehord vermiedene Halbtonschritt .findet sich, jedoch besondere häufig im der japanischen Musik. Bo hat man wahrscheinlich «ns Bequemlichkeit^ rücksichten möglichst viele der in einem Musikstück vorkommenden Töne von vornherein, auf den 13 Saiten der Koto» einer liegenden Harfe mit beweglichen Steigen» eingestellt und Zwischentöne durch. Saitendruck dicht neben dem Stege hergesteilt Damit steht möglicherweise das Vor¬ kommen von, neutralen Intervallen, von denen, die Verff. nicht entscheiden, oh sie in das japanische musikalische Volksbewufstsein eingedrungen sind in Zusammenhang. Die praktische Musik der Japaner zeigt auffälligerweise das Fehlen einer die Tonhöhen bezeichnenden Notenschrift Dafür besteht ein gutes Gedächtnis für Melodien, die vielfach durch das Gehör überliefert werden. Absolutes Tonbewufstsein Ist recht mangelhaft entwickelt» die Japaner kennen auch keinen „Kammerton“, keine Tonalität in unserem Sinne (ent¬ sprechend der mangelnden Tonika), überhaupt keine „Harmonie“ trotz gelegentlicher Simultanintervalle (als solche finden sich häufig Sekunden, Quarten, Quinten, Oktaven, selten Terzen und Sexten), ebenso fehlt der für uns so wichtige Leitton ; die Musik ist nach Plxtob Ausdruck „heteropbon“. Bals die Simultanintervalle durchaus nicht unserem Harmoniegefühl ent¬ sprechen, beweisen Versuche, die Verff. mit einem japanischem Musiker austeilten, indem sie ihm eins seiner Repertoirestücke mit verschiedenen Regleitungsformen vorspielten, die für europäische Ohren z. T. angenehm, z. T. entsetzlich geklungen haben, müssen; wenn der Japaner nur di© Melodie deutlich heraushörte, Hang Ihm alles gleich gut, auch Dur und Moll machte keinen, Unterschied. Andererseits sprechen die Verff. den Japanern doch ein Gefühl für Tonalität und Klaugverwandtschaft zu» da sie Transpositionen auf die Dominante oder Subdominante, innerhalb eines Musikstückes kennen, was also unaerin Modulieren von einer Tonart in die andere entspricht. Zur Auffassung und Beurteilung der japanischen Musik mufs man sich überhaupt von unserer europäischem Konvention