228 lÀteratmheriekt VerL glaubt das Gefühl der Aufmerksamkeit von den. intellektuellen Gefühlen ansschliefsen an müssen, da mit demselben an viele organische Vorgänge Zusammenhängen, so data es nicht als ein, rein intellektuelle« Gefühl bezeichnet werden kann. Wohl aber gehören hierher die affektiven Gefühle, welche unsere Ged&nkanbildung begleiten, indem sie gleichsam als treibende Kräfte anf diese Um ein wirken und die Formation bestimmen. Es sind die logischen und relationeilen Gefühle. Vor allem gehört hierher das Gefühl der Identität. Ohne dasselbe würde das rein Geistige nur isoliert© Gefühle haben. Bei der Identitätsaffirmation geht dieses Gefühl dem reinen Urteil voran». Ferner die Gefühle des Widerspruchs, der Harmonie, der Kausalität, des Zweifels und der Überzeugung, des Entbehren«, Gelingens, des lächerlichen, der Ähnlichkeit und Vertrautheit. An der Basis aller dieser Gefühle befinden sich, affektive Phänomene. So auch beim. Repro¬ duzieren, z. B. wenn man ein früher«» BIM sucht, das unbestimmt vor unserem Geiste steht und sich nicht vollenden lassen will. Die Pathologie liefert noch andere intellektuelle Gefühle, gleichsam als Ergänzung zu den bisher genannten, so das Gefühl, hei Grübelsucht und Fragesucht. Hier ist der affektive Träger gestört. Das alterierte affektive Urteil harmoniert nicht mehr mit dem. intakt gebliebenen in¬ tellektuellen Urteil. Also di© Beziehungen zwischen den, Dingen werden vollkommen begriffen, nur die affektive Adhäsion daran fehlt. Giessleb (Erfurt). O. Abraham und E. vom Hornbostel. Studien tier its Tonsysteii und de ■ulk, der Japaner. Sammelbände der Internationalen Musik-Gesell¬ schaft IV, Heft 2. Abraham und Hornbostel haben, das Gastspiel, das Frau Saba Jacco mit ihrer japanischen Truppe Im Herbst 1901 in Berlin veranstaltete, benutzt, um systematische Studien über japanische Musik zu machen. Sie bedienten sieh dazu exakter, akustischer Methoden, malsen die Tonhöhen der In¬ strumente mit fester Stimmung, der Blasinstrumente, Guitarren und Harfen, machten p ho nographische Aufnahmen von Gesang- und Instrumental¬ stücken, an denen sie die Schwingungszahlen der einzelnen Töne be¬ stimmen konnten usw. Diese Aufnahmen übertrugen sie in europäische Notenschrift. Da der Ursprung der Musik der Japaner, wie überhaupt ihrer ganzen Kultur, auf China hinweist, so haben die Verfasser auch di© chinesische Musik in, den Kreis ihrer Untersuchungen gezogen, zumal chinesische Musikinstrumente vielfach nach Japan importiert werden und dort sogar als besonders gut gelten. Aus den Ergebnissen dieser Studien sei hier einiges berichtet, was die Leser dieser Zeitschrift wohl interessiert. Di© grundlegende Frage bei der Betrachtung eines fremden Teil¬ systems ist die Feststellung der Tonstufen bzw. Tonleitern. Die Verf. unterscheiden und definieren genetisch dreierlei Arten von Leitern: „1. Gebrauchslei tern, die wir erhalten, wenn wir di© Töne eines Musikstückes der Tonhöhe nach ordnen;