146 Literaturbericht. état de suggestibilité ausgezeichnet ist, als ein physiologisch wie psychologisch besonders gearteter Zustand. Der dritte genannte Autor, Lafêvrh, folgt nach Cüllbbe in den Hauptzögen den Anschauungen Gkasskts mit dem Unterschiede, dafs er sich weit kühnere Exkurse auf dem Gebiete der Physiologie und Psychologie gestattet : zur Erklärung des Mechanismus der psychischen Funktionen stelle er nicht weniger als 7 besondere Gehirn* bezirke auf. Bezüglich der Anschauung über Suggestion scheint er sich mehr Brbnhrim anzuschliefsen. Die Auffassungen des 4. Autors endlich, Bains’ erscheinen nach der Darstellung durch Cullers zu phantastisch, um wiedergegeben zu werden. Bain beschäftigt sich hauptsächlich mit der Hysterie — die auch von den anderen Autoren energisch heran gezogen wird — um sie als einen schlafähnlichen Zustand darzustellen. Mkrzbacäer (Freiburg i. B,). H. Piébon. La rapidité ies pricesnu pychiqtei. Rev. philos. 55 (l), 89—96. 1903. P. tritt der hergebrachten Ansicht entgegen, wonach bei Intoxikation durch Haschisch, im Schlafe und bei Agonie der Vorstellungsprozefs be¬ schleunigt, wird. Die Intoxikationen durch Haschisch bewirken in den betreffenden Individuen das Erscheinen von Bilderreihen, welch© durch ihr Leuchten die Illusion eines Wirbels hervorrufen. Man schliefst von der unbestimmaten Dauer des Gefühls auf eine sehr beträchtlich© Zahl von Bildern. Nach Verf. müfste man statt dessen vielmehr auf ein© Ver¬ langsamung der Asaoziationsprozesse schliefsen. Denn auch bei langem Warten kommt uns die verstreichende Zeit endlos vor, wobei der Vor¬ stellungsverlauf verlangsamt ist. Auch geraäfs seiner Experimente Über Träume mufs P. hier eher eine Verlangsamung als Beschleunigung an- nehmen. Drittens weist Verf. Fäll© von Agonie nach, in denen ebenfalls keine Beschleunigung des Vorstellens erfolgt. Zur Erklärung wird folgendes angeführt: Man mufs annehmen, dafa die Assoziationen oft nicht geradlinig erfolgen, sondern durch Polarisation um ein Zentrum, einen „Herd der Anziehung“. Oft bekämpfen sie sich mit den Elementen, welche einem anderen Zentrum angehören. Je kräftiger em solches Zentrum auftritt, wie z. B. als Geräusch während des Traumes oder als Idee des Todes, in um so grösserer Zahl und um so heftiger zieht es sein© Elemente herbei. Die Beschleunigung erscheint deshalb gröfser als sie ist, weil einige Bilder sehr reich sind an Einzelheiten, und weil die Übergänge von einem zum «deren sehr rasch erfolgen. Nach Verf. hat das Phänomen nichts Aufserordentliches : die Beschleunigung des Gedankens ist im Durchschnitt nicht grofs. — Obwohl Ref. zu den Verfechtern der Ansicht gehört, dafs im Traum das langsam© Produzieren der Vorstellungen die Regel ist (vgl. Gibsbleb, Analogien zwischen Zuständen von Geisteskrankheit und den Träumen normaler Personen, Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie 59, 1902), kann er sich doch der Ansicht nicht verschliefsen, dafs die Beschleunigung der Vorstellungsfolgen, welche auf Grund von Alkoholintoxikation und im Momente des Todes auftreten, das Durchschnittsmafs um ein Bedeutendes übersteigt. Denn im Traumzustand ist das Gehirn durch Anämie ge¬ schwächt und kann offenbar aus diesem Grunde auch durch einen stärkeren