136 Literaturbericht Mathematik der ordnenden Beziehungen zu unterscheiden sind. Die an zweiter Stelle genannte ist die Erfahrnn gs wissen sc halt, die in die Wissen¬ schaft von den Be wußtee i nsinhal ten und in die Wissenschaft von den Substanzen zerfällt. Ein Bewußtseinsinhalt wird durch einen AM des er¬ fassenden Denkens, eine Substanz wird durch einen Akt de« beziehenden 'Denkens gegeben. „Den Substanzen, die in wechselnden Zuständen be¬ harren, Wirkungen ausüben und empfangen oder ursprünglich vorhandene Anlagen zur Entfaltung bringen, treten so die lediglich in aufeinander¬ folgenden Akten des erfassenden Denkens vorliegenden und als solche zu* sammenbestehenden Bewusstseinsinhalte gegenüber.“ — Die Lehre von den Bewußtseinsinhalten hat „sowohl die Beziehungen, welche in der Be¬ schaffenheit der Bewusstseinsinhalte begründet sind, als auch die Gesetz¬ mäßigkeiten des Zusammenhangs, in welchem die Bewußtseinsinhalte er¬ lebt werden, zu erforschen“. In der vorliegenden Abhandlung soll indessen bloß „eine empirisch zulässige und logisch begründete Auffassungsweise der Bewußtseinsinhalte entwickelt werden, die den Zngmng zu der all¬ gemeinen Theorie der Mannigfaltigkeiten von Bewußtseinsinhalten eröffnet Diese Auffassungsweise beruht auf der Unterscheidung zusammengesetzter und einfacher Bewußtseinsinhalte und auf der Erwägung, daß die Be¬ wußtseinsinhalte nicht an und für sich, sondern nur mit Rücksicht auf das bereite Erlebte einfach oder zusammengesetzt sind. Es ist darum ge stattet, auch die empirisch einfachen Bewußtseinsinhalte »als Kombinationen von intensiv abstufbaren und qualitativ schlechthin verschiedenen Elementen aufzufassen“ und diese Auffassung»weise ist geboten, damit die erfahrungs¬ gemäß bestehenden Beziehungen „aus den Gesetzmäßigkeiten, von welchen die Kombinationen beherrscht werden“, abgeleitet werden können. Zur Erläuterung dient der Hinweis auf die Zerlegung der Substanzen in der Chemie und die Zusammensetzung der Kräfte in der Mechanik. „Bern Parallelogramm der Kräfte und Bewegungen, das der theoretischen Mechanik zugrunde liegt, stellt sich das reine, von Hemmungen nnd Kompensationen freie Zusammen der Elemente zur Seite, dem für die theoretische Unter¬ suchung der Bewußtseinsinhalte die entsprechende grundlegende Bedeutung zukommt.“ Zum Schlüsse wird der Hauptsatz über zerfallende und nicht zerfallende Mannigfaltigkeiten von Bewußtseinsinhalten abgeleitet. Selbstanzeige. P. Baiith. Zir Psychologie der geiudeiei ui iw freie* WortsteUiiig* Philm, Stud. 19 'Wüxdt- Festschrift I , 22—18. 1902. Der Yerf. hebt hervor, daß die Verschiedenheit der Wortstellung im Satze wohl eines der bedeutsamsten, aber zugleich auch eines der schwierigsten Probleme der vergleichenden Sprachforschung sei. Obwohl das bis dahin vorliegende Material den Wandel der Wortstellung im Laufe der Jahr¬ hunderte noch nicht lückenlos verfolgen lasse, so lasse sich doch bereits eine allgemeine Übersicht gewinnen, die zu der Erkenntnis führe, dafs „die Gebundenheit der Wortstellung im, Satze weitaus vor¬ herrschend und so allgemein ist, dale die Freiheit ihr gegenüber eine seltene Ausnahme bildet“. Der Yerf. sucht dies an den großen Spraehstlmmen zu zeigen. Wie