116 Literaturbericht. Die weiteren Kapitel umfassen die Resultate, welche der Verf. erhalten konnte. Da es des zur Verfügung stehenden Raumes wegen und um MiXe- verständnisse zu vermeiden, unmöglich ist, auf Einzelheiten auch dieser aufserordentlich inhaltreichen Arbeit nur einigermafsen nach Gebühr ein¬ zugehen, so seien nur die einzelnen Punkte berührt, die der Verf. behandelte und die Hauptresultate hervorgehoben, zu denen ihn die Untersuchung führte. Bemerkt sei aufserdem, dais er in jedem einzelnen Falle das Ver¬ ständnis durch beigegebene Tabellen und Kurvenbilder zu erleichtern sucht. Diese Punkte sind die folgenden: 3. Kapitel: Fixation der Farbe neben Grau (oder der Komplementärfarbe) von gleicher Helligkeit. Variation der reagierenden Sättigung. 4. Kapitel: Die Variation der Ausdehnungsverhältnisse. ö. Kapitel: Der Rückgang des Farbennachbildes auf ver¬ schiedenen Farbenflächen. 6. Kapitel: Die Kombination von Helligkeits- und Farben¬ nachbild. 7. Kapitel: Variation der reagierenden Helligkeit für an¬ nähernd reine Farbennachbilder. 8. Kapitel: Variation des HelligkeitsverhältniBses der fixierten Farben. „Soweit sich aus den bisherigen Versuchen“, so führt der Verl in der Zusammenfassung seiner Resultate selbst aus, „ein allgemeiner Überblick gewinnen läfst, scheint in der Tat der F.-H.sche Satz auch die Ge¬ staltung der farbigen Nachbildwerte bei beliebiger Variation der reagierenden Farbenreize umfassen zu können, wenn man nur die Be¬ deutung der Erregbarkeitsveränderung, also den Grundbegriff des ganzen Satzes im Gegensatz zu der „positiven“ Nachbildwirkung, allgemein genug zu fassen bereit ist. Die Entscheidung darüber, ob mit dem Begriff der Er¬ müdung und Erholung, zuBammengenommen mit der Beimischung positiv komplementärer Wirkungen im Sinne der HsRnvoschen Theorie über negative Nachbilder allein auszukommen ist, oder ob ein allgemeinerer Begriff der Erregbarkeitsveränderung als einer proportionalen Verschiebung der Erregung in bestimmter Richtung für das ganze Farbensystem eingeführt werden muis, wird erst später mit Sicherheit festgestellt werden können“. Dem Verf. liegt letzteres näher, wenigstens hält er die Annahme einer solchen Verschiebung mit der einer „einheitlichen, in sich geschlossenen physiologischen Grundlage für das ganze Farbensystem, deren verschieden abgestufte Spezialisierungen den einzelnen Farbentönen entsprechen“, ver¬ einbar. Auf Grund seiner Resultate gelangt der Verf. schliefslich dahin, „dafs alle Farbenerregungen als solche der positiven Helligkeitserregung analog gedacht werden müssen“. „Es geht nicht an“, so fährt er fort, „den Farbenprozefs des Blau und Grün, soweit er für das negative Nachbild in Betracht kommt, zu Schwarz oder Dunkel, den Prozeis für Gelb und Rot aber zu Weifs oder Hell in Analogie zu setzen“. „Alle positiven Farben¬ erregungen zeigen als reagierende Farben die direkte Proportionalität des entsprechenden Nachbild wertes, wie sie bei Steigerung der Helligkeit, d. h. also des Weifswertes gefunden wird. Das Schwarz oder Dunkel hingegen