110 Literaturbericht. Gröfse des Beobaehtungsfeldes, Helligkeit des Hintergrundes, Adaptation des Auges. Bei Anwendung bewegter Flächen kommt noch der Einfluß* der Konturenbewegung hinzu. Verl wendet sieh gegen Sckknck und Just (Referat, diese Zeitschrift 31, 226), welche aus der kritischen Perioden- dauer die kritisch© Dauer einer Reizgruppe bestimmen; dieser Wert aber nicht die zur Verschmelzung eben hinreichende Dauer der Reizgruppe an, weil bei der kritischen Periodendauer die Reizgrupp© mit allen von der Scheibe ausgelösten Reizen verschmilzt. Wird die kritische Periodendauer als Mafs für die Günstigkeit der Verschmelzung betrachtet, so ergeben die ScHEKcaschen Versuche nach Verl nichts Neues. — Theorie des TALBOTichen Satzes. Gegen die Anschauungen von Boas wird eingewendet, dafs das Entstehen konstanter Empfindungen bei schneller Reizfolge nicht erklärt wird, sowie dafs die zugrunde gelegt© Ansicht vom Abklingen der Erregung nicht mehr haltbar sei, ein Ein wand, der eben¬ falls gegen Fick und Exnrr erhoben wird. Verfassers eigene Theorie faßt jeden konstanten Reiz als bestehend aus n aufeinanderfolgenden Reizen von sehr kurzer unter sich gleicher Dauer auf (Elementarreize). Die Dauer des Elementarreizes, welche als Zeitelement bezeichnet wird, ist so klein angenommen, dafs die Lichtintensität (auch bei inkonstantem Reiz) während des Zeitelements als konstant gelten kann. Bei ungleichmäfsiger Licht¬ verteilung entsteht eine konstante Empfindung, wenn sich die ungleich- mäfsige Lichtverteilung der gleichmäfsigen genügend nähert. Bei ungleich- mäfsiger Lichtverteilung von der Periodendauer t fällt während jeder Periode gleichviel Licht in das Auge. Dies© Licht Verteilung nähert sich um so mehr einer gleichmäfsigen, je kleiner t oder je kleiner die mittlere Variation der Elementarreize während der Zeit ist. Es wird gezeigt, dafs die 4 ersten der oben genannten die Verschmelzung begünstigenden Momente entweder die Zeit t verkleinern (Moment 1 u. 4) oder die mittlere Variation der Elementarreize innerhalb dieser Zeit (2 u. 3). Dm fünfte Moment findet seine Erklärung in der bei steigendem Reiz abnehmenden Unterschieds¬ empfindlichkeit. Des weiteren wird aus den Voraussetzungen abgeleitet, warum speziell di© im TALBOTschen Satz formulierte Empfindung eintritt. Verschmelzung tritt dann ©in, wenn sich die ungieichmäfsige Licht Verteilung der gleichmäfsigen genügend nähert; weil dabei der Unterschied zwischen der tatsächlich vorhandenen ungleichmäfsigen Lichtverteilung und einer gleichmäfsigen nicht bemerkt wird, ist die Empfindung bei der Verschmelzung gleich derjenigen des gleichmäßig verteilten Lichts. Dafs di© 4 ersten di# Verschmelzung begünstigenden Moment© den Unterschied zwischen der vorhandenen ungleichmäfsigen Lichtverteilung und einer gleichmäfsigen Verteilung desselben Lichts verringern missen, wird an besonderen Bei¬ spielen gezeigt. — Die oben in zweiter Linie genannten auf die Ver¬ schmelzung einwirkenden Momente lassen sich nicht unter einheitlichen Gesichtspunkten betrachten. Ein© Her leitun g des TALBOTschen Satzes, den Verl übrigens auch auf farbiges gemischtes und homogenes Licht bezogen w|fs©n will, aus den Erregungen bei Einzelreiz ist noch nicht möglich; jedenfalls seien aus den Tatsachen des Satzes keine Schlüsse auf An- und Abklingen zu ziehen, — Gegen Lehmabn wendet Verf. ein, dafs dessen „Periodenkonstanten“ keineswegs konstant seien. Auch sei der Einfluß