104 Litera turberich t Arbeiten, ist schon im Jahre 1874 gesammelt in erster 'Auflage erschienen. Bei der Neuauflage sind nun die seither erschienenen weiteren Publikationen angereiht, nach ihrer stofflichen Verwandtschaft zusammen gestellt Di© literarische Tätigkeit Hitzigb ist bekanntlich an .Kämpfen reich gewesen; darauf bezieht sich auch der oben zitierte Satz aus der Vor¬ rede. Gerade dl© letzten Publikationen richten sich in grofser Schärfe gegen H. Munk, seine Auffassung von der Physiologie der Hirnrinde und gegen seine Diskussionsweiße, über die sich H. heftig beklagt. In den älteren Arbeiten aus den siebziger Jahren mufste H. sein© Stellung gegen Goltz verteidigen, der, wie bekannt, H.s lokalisatorischen Befunden und Theorien skeptisch gegenüberstand, bzw. die Tatsachen anders gedeutet zu wissen wünschte. Eine ander© Arbeit wendet sich gegen Ferbisb. Im Mittelpunkt der neuesten Publikationen Hitzigs stehen di® Er¬ örterungen über die Sehzentren, über Binden- und Seelenblindheit. Die MuwKsche Lehre von der „Projektion“ der einzelnen Netzhautpunkte auf bestimmt© Punkte der Sehsphärenrind© verwirft H. wie 'bekannt, auch der Annahme v. Monakows, dafs wenigstens Gesetzmäfsigkeiten in den Be¬ ziehungen zwischen Retina und Occipitalrinde bestehen (eine relativ® indirekte Projektion), kann H. nicht zustimmen. Nur das erkennt er an, dafs temporäre Blindheit der unteren Hälfte des Gesichtsfeldes ausschlieto- lieh auf Läsionen der vorderen Hälfte der Sehephäre folgt und dato Läsionen des hinteren Abschnittes der Sehsphäre öfter Skotome in dem oberen Segment des Gesichtsfeldes zur Folge haben. Im übrigen nimmt H. mit BKBNHmiBR und mit einer früheren Ansicht Monakows an, „dato di© Fortleitung der optischen Reiz wellen von dem Corpus geniculatum zur Sehsphäre individuellen Schwankungen unterliegen“ und man für jeden einzelnen Fall eine besondere Art der Projektion konstruieren müsse. Rindenblindheit irgend welcher, geschweige denn in einem geseti- mäfsigen Verhältnis stehender Abschnitt© der Retina tritt nach Partial¬ exstirpation der Sehrinde in keinem Falle ein. Wird sie beobachtet, so ist sie ein© Folge von ausgedehnten Verletzungen der Sehstrahlung. Ein® gesetzmäßige Abhängigkeit der Lichtempfindlichkeit bestimmter Stellen der Retina von bestimmten Teilen der Sehrinde ist nicht einmal mit bezug auf den vorübergehenden Ausfall des Sehvermögens nach Partialexstirpation gegeben ; vielmehr bestehen allem Anschein nach in dieser Beziehung weit¬ gehende individuell© Verschiedenheiten. Insbesondere steht die Stelle A., in keinen näheren Beziehungen zur Makula, so dafs ihre Ausschaltung zu einer besonders schweren Schädigung des Sehaktes führte. Im Gegenteil kann gerade sie leichter als irgend eine andere, gleich grofs© Stelle der Sehrinde ohne irgend erhebliche Störung des Sehaktes ausgeschaltet werden. Die nach Ausschaltung von Teilen der Sehephäre eintretenden Seh¬ störungen sind nach H. nicht Ausdruck von „Seelenblindheit“, d. h. von Verlust der optischen Erinnerungsbilder, sondern sie sind durch Herab* Setzung der Lichtempfindlichkeit, des Farbensinnes und des Ortssinnes der Sehorgane zu erklären. Diese Funktionsschwäch© tritt (beim Hunde) abgesehen von gewissen individuellen Verschiedenheiten, ausnahmslos am stärksten in den oberen lateralen und am schwächsten in den unteren medialen Abschnitten des Gesichtsfeldes hervor, derart, dafs die medialen,