Literaturbericht. 103 G. T. Ladd. Brief Critique of „Psycho-Physical Parallelism“. Disc. Mini. N. S. 12 (47), 374—380; 1908. Dor psychophysische Parallelismus hat in der letzten Zeit manch scharfen Kritiker gefunden, zu denen sich demnächst auch Ladd mit einem gTöfseren Werk gesellen wird Einstweilen schickt er eine Skizze seines Feldzngsplanes dem Buch als Vorläufer voraus. Alle Tatoachen, auf die jede THöorie des Verhältnisses zwischen Leib und Seele sich stutzt, sind Bestandteile des Bewußtseins der inneren Erfahrung. Sie sind unter sich nicht nur durch zeitliche Aufeinanderfolge sondern auch durch kausale Be¬ ziehungen verbunden. Der entwickelte und gesunde Menschenverstand unterscheidet von selbst eine Reihe von Erscheinungen, welche er dem Ich zuweist und eine zweite Reihe, welche er auf Objekte, speziell auf den Körper bezieht. Ich und Objekte sind Realitäten. Zwischen dem Ich oder 4er psychischen Reihe und dem Körper oder der Reihe der körperlichen Vorginge bestehen tatsächlich wechselseitige Einwirkungen. Der psycho¬ physische Parallelismus leugnet diese Wechselwirkung und behauptet die Empirie überschreitend eine Parallelität, welcher die Tatsachen entschieden widersprechen. Die wissenschaftliche Beobachtung zeigt dagegen ein unendlich verwickeltes Netzwerk von Beziehungen zwischen Leib und Seele, die sie als getrennt bestehen läfst. Di© Philosophie erst findet für sie di© höhere Einheit, das Band, im Sein des Kosmos. So klingt dieser .Angriff auf den Parallelismus monistisch aus und Ladd kommt damit, wie ums scheint, auf dieselben Gedanken hinaus, wie Paulbbk und die meisten anderen Vertreter des Parallelismus (vgl. Busse, Geist und Körper, Leib und Seele 8. 180—182) und man begreift dann nur nicht, weshalb er gar so heftig gegen dies© Hypothese ankämpft und sie als unintelligible, inadäquate, plainly Ms© bezeichnet. M. Owmbb (Ingolstadt). Eduard Hitzig. Physiologische ui kiimlsehi Untersuchungen iber das Gehirn. Gesammelt© Abhandlungen. Teil I: Untersuchungen Uber das Gehirn. Teil II: Alte und neue Untersuchungen über das Gehirn. Berlin, K. Hirschwald. 1904. 1046 8. mit 1 Taf. und 320 Abbild, im Text. In dem Augenblick, wo der um die Physiologie des Gehirns so überaus verdiente Forscher, der Sehkraft fast völlig beraubt, sich zur wohl¬ verdienten Ruhe zurückzieht und „das Messer, die Feder und das Schwert aus der Hand legt“, erscheinen sein© physiologischen und klinischen Unter¬ suchungen Über das Grofshirn in einem umfangreichen Sammelband, reich mit Abbildungen ausgestattet und mit zahlreichen Anmerkungen zu den einzelnen Abhandlungen versehen. Jedem, der sich für das durch di© klassisch© Untersuchung über di© elektrische Erregbarkeit des Grofshirns (1870 gemeinsam mit G. Fritsch ausgeführt und publiziert) erschlossene Gebiet der Himrindenphysiologie interessiert, wird die Sammlung der in verschiedenen physiologischen und psychiatrischen Zeitschriften zerstreuten Arbeiten willkommen und nützlich sein. Die Zusammenstellung der experir^entellphysiologischen und klinischen Untersuchungen Hitzigb läfst die Entwicklung seiner Anschauungen über die Physiologie des Grofshirns 'besonders klar hervortreten. Ein Teil der im, vorliegenden Band© vereinigten