58 jLiteraturbericht. dais es zur Lösung des Problems nichts beitragen kann. Eine solche Analyse eines an sich gleichgültigen Satzes klingt pedantisch, aber man versuche, einen wesentlicheren, z. B. den von mir nach S. 201 angeführten Passus zu analysiren, was ich mir des Raumes wegen versagen mufs, und man wird sogleich erkennen, wie in den Falten des sprachlichen Schwulstes die Unklarheiten des Gedankens sich verstecken. Es ist bedauerlich, dafs eine Arbeit, die augenscheinlich echt philoso¬ phischem Streben ihren Ursprung verdankt und die den für die behandelten Probleme richtigen Ausgangspunkt wählt, durch diesen Mangel jeder logischen und sprachlichen Disciplin für den Leser nahezu werthlos ge¬ worden ist. Vielleicht gelingt es dem Verf., sich zu gröfserer Klarheit der Begriffe hindurchzuarbeiten. Eine sorgfältige Prüfung seiner einzelnen Sätze auf die Genauigkeit und Richtigkeit ihres Ausdrucks hin wird ihm auf diesem Wege gute Dienste leisten können. Cohn (Freiburg i. BO. Coupin. Le sentiment de la mort chez les animanx. Revue scientifique 14 (25), 780—784. 1900. Verf. führt eine grofse Anzahl von Beobachtungen aus dem Leben der Thiere an, um zu beweisen, dafs auch die Thiere deutlich die Kenntnifs vom Tode haben, was gemeinhin bestritten wird. Schon die Thatsache, dafs viele Raubthiere sich nur von todten Thieren nähren, beweist, dafs diese Thiere todte Thiere von lebenden unterscheiden können. Einen breiten Raum der Abhandlung nimmt die Schilderung vom Leben in den Bienen- und Ameisenstaaten ein. Die oft erzählte merk¬ würdige Beobachtung, dafs Ameisen Kirchhöfe für ihre gefallenen Nest¬ genossen anlegen und diese dort begraben, spricht ja ebenfalls für die Behauptung des Verf’s. Moskiewicz (Breslau). R, S. Woodworth. On the Voluntary Control of the Force of Movement. Psychol. Review 8 (4), 350—359. 1901. Der Verf. stellt die Frage, ob die lebendige Kraft eines Faustschlages von dem Ausführenden direct abgeschätzt werden kann, oder nur ver¬ mittelst Schätzung der Weite des Ausholens. Er machte eine Reihe von Versuchen mit Hülfe eines Apparats, der die beiden in Frage kommenden Gröfsen, Kraft und Ausdehnung der vorgängigen Bewegung, auf einer Trommel registrirte. Es ist von vorneherein klar, dafs grofse Unter¬ schiede der Kraft mit Unterschieden der Ausdehnung zusammenfallen müssen, da ein starker Schlag unmöglich ist ohne weit auszuholen, und da es sehr unbequem ist, weit auszuholen, um einen schwachen Schlag auszuführen. Es ist jedoch möglich, abwechselnd stark und schwach zu schlagen, ohne die Weite des Ausholens zu ändern. Es besteht eine ge¬ wisse Abhängigkeit der Kraft von der Ausdehnung der Bewegung, aber diese Abhängigkeit ist nicht sehr regelmäfsig, da die Kraft durch andere Factoren mitbestimmt wird und vermittelst dieser anderen Factoren abge schätzt werden kann. Max Meyer (Columbia, Missouri).