161 J (Aus dem psychologisch eu Institut der Universität Berlin.) Beiträge zur Analyse der Gesichtswahrnehmungen. Von F. Schümann. Vierte Abhandlung, Zur Schätzung der Richtung I. § 1. Man zeichne auf ein. greiseres Stück Papier zwei Meine Linien von beispielsweise 2 cm Länge in einem gegenseitigen Ab¬ stande von ca. 20 cm in der Weise, dafs die eine genau in der Verlängerung der andern Hegt-, Hält man dann das Papier in bequeme Seinveite und dreht es so, dafs die beiden Linien senk¬ recht untereinander zu liegen kommen, so erkennt man im allgemeinen bei zwanglosen Augenbewegungen leicht, dafs die eine die Fortsetzung der andern bildet. Fixiert man dagegen fest die eine der beiden Linien, so hat man während der Fixation kein sicheres Urteil über Lage und Richtung der anderen; diese wird viel zu undeutlich gesehen. Ein sicheres Urteil kommt nur zu stände, wenn man mit den Augen hin- und hergeht; es wird .also überhaupt erst durch die Augenbewegungen ermöglicht. In gleicher Weise gelange ich nun auch zu einem sicheren und richtigen Urteile, wenn ich das Papier so drehe, dafs die beiden Linien horizontal zu liegen kommen. Sind sie dagegen schräg gerichtet, so treten erhebliche Täuschungen ©in: so scheint mir bei der Lage, die Fig. 1 zeigt, gewöhnlich die Fortsetzung der unteren Linie über die obere hinwegzugehen. Hin und 'wieder habe ich allerdings auch die umgekehrte Fig 1 Beobachtung machen können. Zeitschrift für Psychologie 86. H