462 Literaluri/ericht. und zUm Schlufs auf verschiedene Formen der Abfiufsbehinderung auf¬ merksam gemacht, im besonderen hervorgehoben, dafs nach der Tränensack- exstirpation beim ruhigen Sitzen im Zimmer wegen der geringen Menge abgesonderter Tränen ein Tränenträufeln nicht empfunden wird. Erst wenn der Mechanismus der Tränenabfuhr durch Aufhören des Lidschlages wie bei Lähmung des Lidschliefsers (Orbicularis), gestört ist, kommt es zum Tränenträufeln. G. Abelsdobff. Elschkiq, A. Ober ^ukhUtiuchangen. Wien 1903, 26 S. Ki.sch.mus Darstellung gibt einen Vortrag wieder, in dem die häufigsten Gesichtstäuschungen in Wort und Bild in populärer Weise sehr anschau¬ lich erläutert werden. G. Abemdohfp. Robbst Lach. Ober Sinei interessanten Spesialfall von „Audition colorée“. Sammelbände der internationalen Muaikgesellschaft IV., 689—607, 1903. Der an einem Musiker (Komponisten) beobachtete Fall von Farben¬ hören ist dadurch besonders bemerkenswert, dafs die Koordination der Photismen und Töne auf Grund von absolutem Tonbewufstsein erfolgt Die Intensität der Photismen wechselt mit der Lebhaftigkeit des absoluten Tonbewufstseins ; bei verstimmtem Klavier erscheint die der absoluten Tonhöhe, nicht die dem Tastenbilde entsprechende Farbe; Transponieren ist dadurch erschwert, dafs die durch das Notenbild ausgelösten Photismen die durch die Töne hervorgerufenen Farbenreihen stören. Die den einzelnen Tönen entsprechenden Farben werden durch Oktaventransposition nach der Höhe zu heller und ungesättigter, nach der Tiefe zu dunkler und ge¬ sättigter (was auch den sonst beobachteten Fällen von audition colorée entspricht). Chromatische Erhöhung ($) der Töne erzeugt Glanz (Glitzern), der sich über die Farbe des alterierten Tones lagert; chromatische Ver¬ tiefung (b) macht den Farbenton schmutzig-verwaschen. Gleichzeitig nähert sich die Farbennuance derjenigen des nächsten Tones der diatonischen Folge. Bei Intervallen, sowohl sukzessiven als simultanen, erzeugt der psychologisch ausgezeichnetere Ton die Grundfarbe, deren Nuance durch die Farbe des anderen Tones modifiziert wird. Zuweilen verschmelzen beide Farben zu einer Mischfarbe: z. B. f (hellblau) und h (gesättigtes Rot) zu violett. Ähnlich erscheinen bei Akkorden auf der Farbe des Haupttones als Hintergrund die anderen Töne als andersfarbig nuancierte Stellen. Bei sukzessive erklingenden Tönen (Melodien, arpeggierten Akkorde) tritt ebenfalls die durch die Tonalität bestimmte Farbe als Hintergrund auf, von dem sich aber die Farben der einzelnen Melodietöne als einzelne, vorbeiziehende Flecke scharf abheben. Beim Komponieren beeinflufst die auftauchende Farbenvorstellung die Wahl der Tonart Die Klangfarbe der Instrumente beeinflufst die Helligkeit, Sättigung und namentlich den Glanz der Farben. Obwohl auch bei Vokalen und Diphtongen Photismen auf- treten, ist doch die Assoziationshypothese zur Erklärung des Falles nicht brauchbar, da der Zusammenhang der Vokal- und Tonfarben nur sehr lose ist. Der Fall, der noch zahlreiche interessante Einzelheiten aufweist, darf als besonders zuverlässig gelten, da Verf. von früher Jugend an in ununter-