386 Littraturbtricht. Farbensinn dieser Leute aus gewissen, zum Teil sehr eigentümlichen Gründen als entschieden minderwertig zu betrachten ist und dafs ee daher von erheblicher Bedeutung ist, auch diese anomalen Trichromaten sicher diagnostizieren zu können. Landolt irrt wohl insofern, als er den Versuch zur Prüfung des Tiefen¬ sehens mit 3 Stäbchen, die in eine Ebene zu stellen sind, Hebino zuschreibt. Er rührt von Helmholtz her. Man möge aus diesen kleinen Ausstellungen nicht schliefsen, dafs ich an dem neuen Werke etwa nur Tadelnswertes fände; es wird jedem Ophthalmologen nicht nur, sondern jedem, der sich mit der Physiologie des Auges beschäftigt, ein nützliches Nachschlagewerk sein. Über die ins spezielle ophthalmologische Gebiet gehörigen Kapitel mufs ich mich des Urteils enthalten. W. A. Nagel (Berlin). Gkaefe-Saemjsch. B&idbaoh der gesamtst Augenheilkunde. Herausgegeben von Th. Sabmisch. II. neubearbeitete Aufl. II. Teil, VIII. Bd. XII. Kap. C. Hess. Die Anomalien der Refraktion, und Akkommodation des Auges, mit einleitender Darstellung der Dioptik des Auges. 523 S. 105 Fig. Leipzig (Engelmann). 1902. Einzelpreis 21 Mk. Der in der ersten Auflage von Albrecht Nagel bearbeitete Abschnitt hat durch Hess eine sehr eingehende und gründliche Neubearbeitung er¬ fahren, unter völliger Umgestaltung der Grundanlage des Abschnittes. Der Umfang ist mehr als doppelt so grofs wie früher, auch die Zahl der Ab¬ bildungen ist verdoppelt. Das Werk ist dadurch auf einen durchaus modernen Standpunkt gestellt. Die physiologische Einleitung, um die es sich bei der Besprechung an dieser Stelle allein handeln kann, stellt die eingehendste und wohl auch beste Bearbeitung der Dioptrik des Auges dar, die wir besitzen. Die Literatur des letzten Jahrzehnts ist sorgfältig berück¬ sichtigt. Besonders eingehend verwertet der Verf. die Arbeiten von Gcll- sthand. Der Leser könnte infolgedessen doch wohl eine nicht ganz zu¬ treffende Vorstellung von der Bedeutung der GoLLSTRANnschen Arbeiten für die neuere Entwicklung der Dioptrik gewinnen. Ob es ein Gewinn ist, wenn die GüLLSTRANDSchen Diagramme der Korneakrümmung mit ihren offensicht¬ lichen Fehlern in dieses Handbuch, wie auch z. B. in Tioerstedts Lehrbuch der Physiologie übergegangen sind, scheint mir recht zweifelhaft. Eine meines Erachtens recht störende Eigentümlichkeit hat das GRAEFE-SAEHiscHsclie Handbuch, und somit auch dieser Band von Hess an 6ich, nämlich das Fehlen spezieller Seitenüberschriften. Auf jeder Seite wiederholt sich die abgekürzte Wiedergabe des Titels auf der einen, des Autornamens auf der anderen Seite. Das ist aufserordentlich störend und es wäre sehr erfreulich, wenn bei den weiteren noch in Vorbereitung befindlichen Bänden die Durchführung spezieller Seitenüberschriften ermöglicht werden könnte. W. A. Nagel (Berlin). Semmelbericbt Iber FnbHkationen, betreffend eine mene Strehleurt, die 1-BtraMen. Zusammengestellt von H. Pipes, Berlin. 1. M. R. Blondlot, Sur une nouvelle espèce de lumière. Comptes rendues de l’Académie des sciences. Bd. 136, Nr. 12.