Litera turberich t. 311 bei den Katatonikern auf den Negativismus zurüokführen. Doch, fehlt der Negativismus in den Bämmeraaetänden. Die Kranken reden hier vorbei unter dem Einflüsse ihrer wahnhaften Vorstellungen und ihrer Sinnes¬ täuschungen. In den hysterischen Dämmerzuständen sind die Bewufstseina- trübung und die dadurch bedingte Erschwerung des Vorstellens und Denkens für das Entstehen des Vorbeiredens wichtige Faktoren. Auf die fünf Fälle von Dämmerzuständen hysterischer Natur, die V. beibringt, kann hier nur hingewiesen werden. Umpfkkbach. a. Wizkl. Eia Fall m phinosuialem Rechutaient bei einer labeilllen. Archiv f. Psychiatrie u. Nervenkr. 38 (1), 122—155. 1904. Es handelt sich um ein 22 jähriges Mädchen, als Kind normal ent¬ wickelt, das nach einem Typhus im 7. Lebensjahre verblödete, sich nach einigen Jahren aber wieder etwas erholte, aber doch nicht soweit, dafs es Lesen oder Schreiben lernen konnte. Trotzdem ein ungewöhnliches Rechen¬ talent. Wie W. ausführlich nachweist, verfügte das Mädchen, dessen Merk¬ fähigkeit und Reprodnktionsfähigkeit im übrigen sehr affiziert waren, infolge eines phänomenalen Gedächtnisses (Gehörgedächtnis) für Ziffern über ein kolossales Gedächtniskapital. Daher die Schnelligkeit, mit der sie ihre Rechnungen ausführte. Ein charakteristisches Merkmal der Rechen¬ künstler ist das frühzeitige Auftreten ihrer Rechenfähigkeit. Viele Rechen¬ künstler rechneten noch ehe sie schreiben und lesen lernten. Die meisten Rechenkünstler entstammen dem Bauern- und Arbeiterstande, sind ohne weitere Bildung. Dazu kommt dann das ausschliefsliche Sichbeschäftigen -mit den Zahlen, die dauernde Übung — dadurch erklärt sich leicht das Erlernen eines kolossalen Rechenmaterials. Ohne Gedächtnis würde kein Rechenkünstler so schnell rechnen können. Das sagt schon Binet. Wizbl geht noch weiter und Bagt: ohne das kolossale Gedächtnismaterial könnte . die Schnelligkeit des Rechnens der Rechenkünstler nicht bestehen. Umpfjsnbach. M. Pbobst. Ober du SedukenUntverden nnd Aber Hallulsatlonen ohne Wahnideen. Monatsschr. f. Psych, u. Near. 13 (Ergh.), 401—423. 1903. Pbobst berichtet von einer Patientin, die an Gehörshalluzinationen .und zwar besonders an Gedankenlautwerden leidet, ohne sonst in ihrem Urteil geschädigt zu sein; insbesondere fehlt jede Kombination des hallu¬ zinierten Gedankeninhaltes mit Wahnideen. Man darf vielleicht für diese 8törung, die in dieser umschriebenen Form recht selten ist, eine Er¬ niedrigung der Reizschwelle für das Klnngzentrum annehmen. Die asso¬ ziativen BewuTstseinsvorgänge werden von einem Mittönen der Wortklang- bilder, wie sie dem Gedankeninhalte entsprechen, begleitet und dieses Mit- anklingen — eine Folge des erhöhten Reizzustandes im Wortklangzentrum — wird vom Kranken in die AufsenWelt verlegt. So steht das Gedauken- -lautwerden in innigem Zusammenhänge mit den assoziativen Leistungen; von ihm aus führen in kontinuierlicher Reihe zahlreiche Übergänge zu -jener Form sog. „primärer“ Halluzinationen, bei denen ein Zusammenhang der Sinnestäuschungen mit dem Denkprozefs nicht nachweisbar ist. 8pielmeyeb (Freiburg i. B.).