272 Literaturbericht. prozeis unwirksam. Dieses räumliche Moment besteht aus einer mittet baren — assoziativen and aus einer unmittelbaren — sinnlich bestimmten Komponente ; letztere ist der stabilere Teil, erstere der variable. Der stabil« Faktor ist bei der Alexie getroffen; der sinnlich gestützte Anteil im Be- wufstseinsvorgange ist hier ungenügend, nicht der assoziative mit seiner grofsen Variationsbreite. Bezeichnen wir die stabile Komponente mit a, die variable mit x, so hat das Verhältnis beider Teile, die zur Begriffe- bildung notig sind, der sog. „Begriffskoeffizient“ a : x bei der Alexie sehr kleine Werte. Splklxbtkb (Freiburg i. B.). G. Popow. Ober eaaeetbche Aphasie. Neurol. ZentralbL 23 (3), 106—114. 1904. Nach Apoplexie mit rechtsseitiger Lähmung kann Pat spontan nur noch ja und nein sprechen; im übrigen ist er geistig nicht alteriert. Ge¬ hörte Worte spricht er gut nach, aber sie müssen ihm jedesmal von nenem vorgesprochen werden. Was Pat. hört, versteht er auch. Lieder nnd Gebete sagt er her, wenn man ihm den Anfang sagt. Spontanschreiben ist erhalten. Bei Diktat tritt Paragraphic auf. Er schreibt korrekt ab. Ge¬ drucktes wird nicht immer gelesen. Ein Jahr nach dem Anfall Tod. Die Sektion ergibt Erweichungsherde an der Basis der dritten Stirnwindnng, in der Insel, im Nucleus caudatus der linken Hemisphäre, und solche an der Basis der dritten Frontalwindung und im anliegenden Teil der vorderen Zentralwindung der rechten Grofshirnhälfte. Die Bsocasche Windung war beiderseits zerstört; trotzdem wurde das BOg. innere Wort gebildet und auch ausgesprochen. Deshalb schliefst P., dafs in der linken Hemisphäre das motorische Sprachzentrum ein etwas gröfseres Gebiet, als es der Fufs der dritten Frontalwindung ausmacbt, in seinem Bereich zieht. Der Kranke konnte nur dann sprechen, wenn er das Wort hörte oder las; er bedurfte mit anderen Worten zum Sprechen eine spezielle, entweder akustische oder visuelle Erregung. Dieser Umstand läfst darauf schliefsen, dafs wenn neben der BaocAschen Windung noch ein zweites motorisches Sprachzentrum als präformiertes existiert, diesem letzteren die Bolle eines Hilfszentrums znkommt, das zur Erfüllung seiner Funktionen noch auf die Einwirkung seitens des akustischen oder des optischen Sprachzentrums angewiesen ist. Umpfbkbach. M. Fbiedmanh. Zar Keutais der cerebralen BlateuUrangen and nun entlieh dee Rlndenxentranu fttr die Innervation der Harnblue. Münch, mediz. Wochen- schrift 51, 1691—1595. 1903. Durch Herabfallen eines Ziegelsteines erleidet ein 8 jähriger Knabe eine Schädelverletzung mit rasch vorübergehender Behinderung der Ge¬ brauchsfähigkeit der rechten Hand und überjahresfristdauernde Blasen¬ störung. Fa. glaubt aus seiner Beobachtung schliefsen zu dürfen, daft die territoriale Ausdehnung des Blasenzentrums klein ist, und dafs das Zentrum an der Grenze des oberen Drittels der hinteren Zentralwindung gelegen ist, direkt anstofsend an das obere Scheitelläppchen nach rückwärts. Uxpfxotacb.