368 (Aus dem physiologischen Laboratorium der Universität Upsala.) Zur experimentellen Kritik der Theorie der Auf¬ merksamkeitsschwankungen. Von Bebtil Hamster. Die Aufgabe der folgenden experimentellen Aufmerksam¬ keitsstudien war eine Nachprüfung der vielumstrittenen Apper¬ zeptionswellen oder Aufmerksamkeitsfluktuationen, die man oft¬ mals zu konstatieren geglaubt hat in der Form einer intermittent«! Auffassung minimaler Sinneseindrücke z. B. an der tickenden Taschenuhr und den grauen Ringen der MASBOKschen Scheibe. Da die letztgenannten Phänomene, meines Erachtens, größtenteils physikalischer und physiologischer Natur sind, folg¬ lich mit dem was wir Aufmerksamkeit nennen, wenig zu tun haben, ist es mir wünschenswert erschienen, dafs sie vom Konto der Aufmerksamkeit abgeführt würden — um so mehr als sie sich schon breit gemacht haben, nicht nur in der Spezialliteratur und in „Grundzügen“, sondern auch in elementaren Darstellungen, ja sogar in den Schulbüchern. Inwieweit die Wellentheorie überhaupt stichhaltig ist, lasse ich zunächst offen.1 Ein aktuelles Problem sind die Aufmerksamkeitsschwan¬ kungen seit Nicolai Lange *, der sie als Stütze seiner bekannten 1 Bekanntlich stützt sie sich auch auf andere Verhältnissen als die Fluktuation von Minimaleindrücken. Siehe K. H. Wolfs: Philos. Studien 3, 1886, 8. 634ff.; Bartels : Versuche über die Ablenkung der Aufmerksamkeit Dies. Dorpat 1889; G. v. Voss: Kraepelins Psychol. Arbeiten 2, S. 391 ff., 1898; P. Zonnef und E. Meümarn: Wundts Studien 18, 8. 46—51, 1902. — Doch mufs ich schon hier bekennen, dafs die-Versuchsmethoden von diesen Antoren aus unserem Gesichtspunkt unbefriedigend erscheinen. * N. La sos ' Beiträge zur Theorie der sinnlichen Aufmerksamkeit und der aktiven Apperzeption. Wundts Studien 4, S. 310. 1888.