442 Literaturbericht. bewegungsmittel incl. der ersten Gehversuche beschrieben. Auch wird vor Allem die schliefsliche Hauptfrage discutirt, ob dieses erste Gelingen immer willkürlich sei in dem Sinne, dafs die Aufmerksamkeit dabei der Bewegung zugewandt ist, oder ob der Mechanismus nicht schon gleich im alleinigen Hinblick auf einen höheren Zweck, z. B. Erreichung fernliegender Gegen¬ stände, nach entsprechender Entwickelung der Anlagen ohne auf die Be¬ wegung gerichtete Aufmerksamkeit nebenbei wie sonst nach der Einübung ablaufen könne, was vom Verf. behauptet wird. Natürlich ist der sichere Nachweis für ein solches ausschliefsendes Urtheil, zumal auf Grund fremder Beobachtungen, immer schwer. Auch ist die Einübung von Associationen motorischer Vorstellungen mit ausdrücklicher Beachtung derselben in der aufmerksamen Betrachtung anderer Personen der Umgebung vielleicht nicht hinreichend berücksichtigt, welche Vorstellungen von Bewegungen, die im Einzelnen schon grofsentheils geübt sind, ebenfalls zu einem neuen Ganzen combiniren hilft. Gerade für diese Frage sind ja die gleichfalls beigezogenen Rückfälle in die primitiveren Fortbewegungen lehrreich, welche in der Eile eintreten, wo thatsächlich die Aufmerksamkeit ganz vom Zwecke absorbirt wird. Die Arbeit schliefst mit philosophischen Betrachtungen über den rückläufigen Abschlufs der höchsten Entwickelung in der Rückkehr zur kriechenden Stellung im Gebete. Wirth (Leipzig). P. Näcke. Zar Pathogenese and Klinik der Wadenkrimpfe. Neurologische* Centralblatt (7), 1—7. 1901. Den Wadenkrämpfen hat besonders Fêré seine Aufmerksamkeit ge¬ schenkt. Er nimmt als Ursachen heftige Verkürzung der Muskeln oder eine Entspann ung an, wobei Ermüdungszustände, nämlich nervöse, hysterische, epileptische, namentlich paralytische begünstigend wirken. Nach N. tragen heftige Verkürzungen und fehlerhafte Bewegungen die Schuld. Sie treten vorwiegend des Nachts auf, ferner nach langen Märschen, Schwimmen, Tanzen, bei heftigem Stiefelanziehen. Dafs chemische Reize eine grofse Rolle dabei spielen, sehen wir aus den häufigen Wadenkrämpfen bei Cholera, Diarrhoe, Typhus, Diabetes, Blei-, Arsen-, Schwefel Vergiftung, desgl. bei Magenüberfüllung, Obstipation, Schwangerschaft, ebenso bei Hysterie, Epi¬ lepsie. Das allen Beiden Gemeinsame liegt in der abnormen Beschaffenheit des Blutes: Blutverdickungen und Stauungserscheinungen. Doch ist nicht erklärlich, weshalb die entsprechenden Wirkungen sich gerade in der Wade fühlbar machen sollten. N. zeigt, dafs die Theorie der Wadenkrftmpfe über¬ haupt noch wenig ausgebildet ist. Jedenfalls sind die Crampi peripher be¬ dingt, central gewifs nur selten. N. hält die von Vold angeführten Fälle über die Beziehungen zwischen Wadenkrämpfen und Traumhallucinationen für wenig zuverläfslich, da der Krampf so urplötzlich und heftig einsetze, dafs man gewöhnlich sofort aufwacht, so dafs also die Auslösung irgend eines Traumes unwahrscheinlich wird. — "* Dafs ein gefühlsbetonter Körpertheil in der Traumwelt des Besitzers dessen Vorstellungen und Bilder beeinflufst, gehört ja zu den Grundthat- sachen deB Tr&uiïvzYxstaude». jedoch Wadenkrämpfe oder Abortiv¬ krämpfe (Kr&mpte m N