316 Literat ttrberi'-ld. einer Erregung eich zu konstituieren. Die Tendern der abstrakten Vor¬ stellungen, sich mit konkretem Detail zu fallen, zeigte sich zunächst in der Adaptierung beliebiger Worte. Diese bildeten das Skelett für die Inkar¬ nation und dienten dazu, das Gefühl von der Idee des Stückes plastischer zu machen. Allmählich trat eine gröfsere Sammlung der Elemente ein. Ähnliche Gedichte drängten sich auf und halfen beim Reproduktionsakt Gibsslbb (Erfurt). P. Janet. L’âmnésie et U dissociation des souvenirs par l'émotion. Journal de psychologie norm, et pathol. 1 (5), 417—453. 1904. In der vorliegenden Abhandlung führt uns Verf. einen neuen Fall von emotioneller Amnesie vor, welcher Ähnlichkeit mit einem früher be¬ obachteten besitzt. Es handelt sich um eine 23 jährige Hysterische, welche an Krisen von Somnambulismus mit Halluzinationen und an einer sehr tiefen Amnesie leidet. Ihr Charakter zeigt Abnormitäten : Immer traurig, unruhig, unzufrieden mit sich selbst hat sie beständig das Gefühl, dafs sie nichts zu Ende führen könne, dafs ihre Aktionen unvollendet und unge¬ nügend blieben. Obwohl sehr intelligent und arbeitsam ist sie jedoch un¬ fähig etwas zu tun, sobald Personen eich in ihrer Nähe befinden. Doch empfindet sie das Bedürfnis, dirigiert und geliebt zu werden. Mehrere Male des Tages hat Irene Krisen von Somnambulismus, während welcher sie spielt und beständig alle Einzelheiten des Todes ihrer Mutter erzählt. Sie hört die Stimme ihrer Mutter, welche ihr befiehlt, sich zu ermorden, und sie macht dementsprechend absurde Versuche von Selbstmord. An Störungen der Sensibilität leidet sie wenig. Wenn sie in Ruhe ist, geben die Messungen mit verschiedenen Ästhesiometern auf allen Körperteilen fast normale Zahlen. Ebenso sind die Spezialsinne fast intakt. Anders verhält sich die Sache nach den grofsen Krisen oder während der Perioden sich häufender Halluzinationen. Alsdann Vermehrung der Anästhesie der Haut, namentlich auf der rechten Körperseite, Verminderung der muskulären Sensibilität, Verengung des Gesichtsfeldes, namentlich beim rechten Auge. Auch die viszerale Sensibilität ist alsdann modifiziert: Appetitmangel. Sie vergifst allmählich, wie ihre Mutter gestaltet gewesen, auch date sie bereits gestorben ist, und sie glaubt, dafs jene eines Tages von einer Reise zurückkommen werde. Desgleichen weifs sie nichts mehr von den arbeitsvollen Nächten, welche sie verbrachte, von den Schulden ihrer Familie, von dem unmoralischen Lebenswandel ihres Vaters. Der frühere« Daten entsinnt sie sich eher. Entfallen sind ihr auch die Ereignisse nach dem Tode ihrer Mutter. Janet macht auf das eigentümliche Znsammenfallen der Halluzinationen mit Hyperamnesie und Amnesie aufmerksam: Beide entgegengesetzte Störungen beziehen sich auf dieselben Gedanken, nämlich auf den Ted ihrer Mutter und die ihm zunächst liegenden Ereignisse. Verf. suchte die der Kranken entfallenen Erinnerungen während d« hypnotischen Schlafes wiederzuerlangen. Er versetzte Ikknb in einen Zustand, während dessen sie eine genügende sinnliche Aktivität zeigte, um die