306 Li tcraturberiekt. nomene des Farbensehens (Kontrasterscheinungen, Farbenblindheit und das PüKKDîjBsche Phänomen (III) ; über die physischen und physiologischen Bedingungen der Geruchsempfindung, verfafst von McC. Gamble (IV) ; über die physiologischen Bedingungen der Druck- und Schmerzempfindung (V); eine analytische Tafel der körperlichen Bewegungen (VI) und einen kurzen Überblick über die wichtigsten Theorien der Aufmerksamkeit Eine nach systematischen Gesichtspunkten geordnete Bibliographie, in der begreif¬ licherweise die angio - amerikanische Literatur bei weitem vorschlägt, und die, ohne irgend umfassend sein zu wollen, doch sehr nützliche Winke gibt, ein Schlagwortindex und ein Autorenverzeichnis vervollständigen das Buch, welches sicherlich ein sehr brauchbares Hilfsmittel ist und viele Anregung zu geben vermag. Der Wert desselben für seine speziellen Zwecke wird dadurch noch erhöht, dale es in bezug auf gewisse prinzipielle Streitpunkte eine Mittelstellung zwischen den Extremen zu gewinnen sucht. Dies gilt zunächst von der namentlich durch Münstbbbbrqs „Grundzüge der Psychologie“ angeregten, oder vielmehr neuerdings verschärften Auffassung der Psychologie als einer Wissenschaft von den kausalen Beziehungen von BewuTstseinsinhalten (ideas) zueinander, wobei die Beziehung dieser Inhalte auf ein Subjekt oder eine Person ganz aus dem Spiele bleibt Indem die Verf. das Recht einer derartigen Betrachtungsweise und ihre methodische Fruchtbarkeit keineswegs bestreitet, ist sie doch bemüht auch die Be¬ rechtigung der „Ich-Psychologie“ ersichtlich zu machen und es sind, wie natürlich, vorzugsweise die Abschnitte, welche von Gefühl und Willen handeln, in denen die Bedeutung des persönlichen Faktors sich geltend macht. So wird sie zu einer allgemeinen Unterscheidung von psychischen Inhalten und psychischen Akten geführt, die über alle sonstigen Unter schiede des psychischen Lebens übergreift. Denn wenn es schon fast un¬ möglich scheint die Ausdrücke : „Ich will“ oder „Ich glaube“ mit den Aus¬ drücken „ein Wille“ oder „ein Glaube“ gleichzusetzen, so ist es doch auch gewifs, dafs es nicht nur Wahrnehmungen, Vorstellungen und Begriffe gibt, sondern auch Wahrnehmen, Vorstellen, Denken. M. a. W. die eine wie die andere Gruppe kann sowohl als Ereignis wie als Tätigkeit eines Ich aufgefafst werden, wobei es freilich lehrreich zu sehen ist, dafs C. auch d* genötigt ist, Willen und Glauben als vorzugsweise aktive Vorgänge allen übrigen gegenüberzustellen. Auffallend ist dabei, dafs von diesem Gesichts¬ punkt gar kein Gebrauch gemacht wird, um das so überaus wichtige Phi¬ nomen der Aufmerksamkeit aufzuhellen, welches nur im ersten Teile unter den Structural Elements of Consciousness vorkommt, (unter denen es gewifs nichts zu tun hat, da ja die Aufmerksamkeit keine neuen Inhalte zuführen, sondern nur gegebene verdeutlichen kann) und rein deskriptiv behandelt wird. Etwas ähnliches möchte ich bemerken von dem an sich sehr ver¬ dienstlichen Kapitel X: Relational Elements of Consciousness, welches die rein sensualistische Ansicht ebenso abweist wie die aphoristischen Theorien. Aber indem die Verf. mit allem Nachdruck für den Bestand von Be¬ ziehungselementen im Bewufst8ein eintritt, die weder Empfindung noch Gefühl genannt werden dürfen, bleibt die Entstehung und Herkunft der¬ selben in völligem Dunkel. Und doch wäre gerade hier der Punkt gewesen, um deutlich zu machen, dafs diese Beziehungen zwar nicht aus einem an-