302 fÂttratmbericJ) t durch das Zusammenwirken der psychischen Teildefekte uedingt erscheinen läfst und dabei jeder allgemeinen, nichtssagenden Erklärung, wie Bewulst- seinstrübnng, Unaufmerksamkeit u. a. aus dem Wege geht, macht die Lektüre zu einem Genuss« und wird jedem Leser eine Falle des Inter¬ essanten bringen. Und sicher wird die 8tudie auch in der Bichtung an¬ regend und aufklarend wirken, dals sie bei den symptomatischen Unter Buchungen von Psychosen die Aufmerksamkeit der Forscher auf diese Momente lenkt; bei der Amentia, bei Dämmerzuständen usw. wird sich sicher häufig das, was als Verwirrtheit, Bewufstseinsstörung oder sonstwie zusammengefaTst und mehr umschrieben als erklärt wird, bei Aaseinander¬ legung der Einzelerscheinungen als aus motorisch-apraktischen Elementen bestehend ergeben. Von diesem Punkte aus weist die Studie über eich selbst hinaus und wird berufen sein, befruchtend auf die klinische Psychiatrie Oberhaupt zu wirken. Haexel (Dresden). Friede. Keller. Beurlaubuug TM Muitriearbetteru zur BeacttfUguog b laudwirtachaftlichM Betriebe! unter Mitwirkung der «ostnlei Tertkkerugt- Mntaltea. Ein Vorbeugungs- und Volksheilmittel gegen Nervenkrank¬ heiten. Leipzig, J. A. Barth, 1905. 56 8. Mk. 1,50. Die Zahl der Nervenleidenden in den unbemittelten Standen ist recht grofs; Volksheilstätten für diese Nervenkranken sind unbedingt notwendig. Aber ihr Bau und Betrieb ist zu kostspielig, als dafs auf diesem Wege hinreichend für die weniger bemittelten Nervenkranken gesorgt werden kann, zumal der Kampf gegen die Tuberkulose grofse Summen verschlingt Hier soll nach Verf. die Beschäftigung mit Landwirtschaft eintreten; da, wer nur ein geringes Mafs von Arbeit auf dem Lande verrichten kann und will, dort sein Brot findet Natürlich muls der Kranke, der der ärzt¬ lichen Überwachung nicht entraten soll, allmählich sich an die Arbeit ge¬ wöhnen und Gesundheitsschädigungen aus dem Wege gehen. Um die neue Methode nicht zu diskreditieren, soll man den Bauern als arbeitsfähig und arbeitswillig bekannte Kranke geben. Eine Vermittelungsstelle sorgt für die Unterbringung der Kranken. Die sozialen Versicherungsanstalten wie auch private Wohlfahrtsgesellschaften sollen die ländliche Beschäftignnge- kur fördern. Als Vorbeugungsmittel empfiehlt Verf. die Gewährung vcm Ferien, die die Arbeiter ebenfalls auf dem Lande mit Feldarbeit zubringen sollen. Eine gewisse Analogie der hier vorgeschlagenen Behandlung mit der sog. Familienpflege Geisteskranker ist unverkennbar. Ehxst Schultz* (Greifswald). H. Bösbaueb, L. Miklas, L. u. H. Schixkr. Handbuch der SchwachutuulgM- fttrwrge. Wien, Karl Graeser, 1905. 173 S. Mk. 3,20. Die drei Verfasser wollen mit ihrem Handbuch eine übersichtliche, die modernen Fortschritte berücksichtigende Darstellung der Fürsorgetätig¬ keit für Schwachsinnige geben, die für alle Kreise der Bevölkerung, nicht zuletzt für die Eltern und Lehrer bestimmt ist. Sie geben eine Skizze der Ätiologie und Symptomatologie des Schwach¬ sinns und besprechen genauer die Behandlung und Erziehung, die diesem zuteil werden soll. Internate und Anstalten zu erbauen ist Aufgabe der