292 Li ter afu röeru 1.1. •ine Relieffigur unter Umständen sogar ein stärkeres Freiheitsgeffihl ms lösen, als die freistehende Plastik. Die Reliefknnst der Antike nnd der Zeit vor Donatello wird nur km behandelt. Die Uranfänge primitiver Art (Ägypten), die „grandiose Differen Meinung der Masse“ (Parthenonfries), die „frühesten Ansitze zu eis» plastischen Perspektive“ (Römisches Relief, z. B. Titnsbogen) mit eher kurzen Abschweifung auf du romanische, hauptsächlich an Kapitellen n findende Relief werden eingehend genug behandelt, um zu begründen, warum der Verfasser erst in Donatello den Vollender dieser Kunstfonn erblickt, Aber den hinaus gar keine Steigerung mehr möglich sei. Sehe Reliefs sind nach FanCHHinira „Offenbarungen“, die durch keinerlei sachlichen Kenntnisse vermittelt werden könnten. Soweit der Autor trotzdem glaubt, seine Auffassung kunstwissenschaftlich beweisen zu können, versucht er ee im Hauptteil des Buches. Nach seinen Ausführungen hat Donatello „eins; und allein“ die plastische Perspektive entdeckt, angewendet und bis ittr höchsten Vollendung entwickelt. Im Verhältnis dazu sei seine eminente reformatorische Bedeutung für die Freiplastik arm, weil sie im engsten Zu¬ sammenhang mit den knnstformalen Bestrebungen seiner Zeitgenossen stand Im Relief, dessen Grundform tragisch sei, aber gebe er als Mensch, vie als Ideenträger sein persönlichstes, den bewufsten, lebendigen Willen, den materiellen und ideologischen Raum als einen Wahn zu fiberwinden nnd die Seelenruhe, die seine Zeit erstrebte, auf Kosten des Seelenlebens in verachten. „Das Raumdrama stellt den Lebensstillstand dar.“ Sehr inter¬ essant wird die „Umwandlung“ Donatbllos, die mit dem Zeitpunkt beginnt, wo das eigentliche Mannes- und Schaflensalter schon überschritten ist, nnd das in ihm verkörperte „Raumdrama“ mit dem „Zeitdrama“ und der Ent Wicklung Ibsens verglichen (der mit 60 Jahren „Nora“, 10 Jahre später „Rosmersholm“, nach abermals 10 Jahren „John Gabriel Borkmann“ schrieb). Die ästhetische, sehr metaphysisch angehauchte Abhandlung über die Zusammenhänge zwischen diesen beiden Arten des Dramas, die einander erst zum „Drama des Lebens schlechthin“ ergänzten, die lebendige Schilde¬ rung des Milieus, in dem Donatbllo lebte, sowie die Art, wie der am Hofe Cosimos von Medici florierende Neoplatonismus seine Reliefs beeinflolste, mula im Original nachgelesen werden. Das Buch enthält fast zuviel des Subjektiven und Hymnischen, ist aber sehr anregend durch die vielen Allgemeinbeziehungen, in die der Autor das Reliefproblem bringt. Alered Gutthann (Berlin). G. Gerber. Ober du religiöse fitftU. Zeitschrift für Philo», u. philo». Kriti 124 (2.), 173-200. 1904. Die Grundlage des religiösen Gefühls ist das Ichgefßhl und zwar dis Gefühl des Ich als der Ursache des von uns ausgehenden Wirkens. Die«« Gefühl wird zum religiösen, wenn die Menschen an ihren Lebensschicksalen von der Unzulänglichkeit des verursachenden Ich im Wollen wie im Wirken, von der Einschränkung seiner Machtsphäre auf den Umkreis seine« Eigen lebens Erfahrungen machen. Sie suchen dann als Ergänzung dieses Ichs eine Ursache alles Geschehens und erfahren im religiösen Gefühl ihre Ich- einheit selbst als Wirkung dieser göttlichen Ursache. So wenig wie da: