418 IAteraturbericht. und sind verschiedenartig bei Verletzung verschiedener Kerne. Bei doppel¬ seitigen Zerstörungen treten ganz andere Symptome auf. Schbödbb (Heidelberg). D. Fbbetkb and W. A. Turner. Experimental Lesion of the Corpora QLuidri- gemina in Monkeys. Brain 24 (93), 27—46. 1901. Die Vierhügel stellen ein Organ dar, das im Gehirn der niederen Vertebraten eine wichtige Rolle spielt, während seine Ausbildung und Be¬ deutung bei den höheren Wirbelthieren parallel der Entwickelung der Grofshirnrinde zurücktritt. Ueber die Function der Vierhügel beim. Menschen sind zahlreiche, widerspruchsvolle Angaben gemacht worden. Fbrrier und Türner haben deshalb einer Reihe von Affen das Grau der Vierhügel experimentell entfernt und haben dabei constatiren können, dafs, wenn benachbarte Theile nicht mitverletzt wurden, irgend¬ welche dauernden Symptome nicht auftraten, dafs auch jedenfalls die Be¬ ziehungen zum Seh- und Höract nur sehr lockere und wenig wesent¬ liche sind. Schröder (Heidelberg). L. Pilgrim. Einige Aufgaben der Vellen- nnd Farbenlehre des Lichtes. Beilage z. Progr. der Realanstalt in Cannstadt 1900/1901. 68 S. Mit zwei grofsen farbigen Tafeln. Die äufserst reichhaltige Programmabhandlung behandelt sowohl rein physikalische wie auch ein farbenphysiologisches Problem. Nur das letztere kommt für uns an dieser Stelle in Betracht. Es handelt sich darum die Farbe, Sättigung und Helligkeit von Interferenz- und Polarisations¬ erscheinungen auf Grund der bisher angestellten Versuche über die Mischung von Spectralfarben zu bestimmen. Im Wesentlichen werden hierbei die Versuche, welche Maxwell im Jahre 1860 und dann diejenigen, welche der Ref. zum gröfsten Theile gemeinsam mit Herrn C. Dietebici ausgeführt hat, benutzt. Aufserdem kam noch ein Verfahren in Anwendung, das von Lommel zum gleichen Zwecke (1891) vorgeschlagen und in dieser Zeitschrift (5, 407) besprochen und kritisirt worden ist. Die Resultate der zum Theil nur mit grofsem mathematischen Rüstzeug durchführbaren Rechnungen stimmen mit der Erfahrung befriedigend überein, woraus sich also ergiebt, dafs zur Zeit die Analyse normaler Farbensysteme bereits hin¬ reichend genau durchgeführt ist, um Farbe, Helligkeit und Sättigung jeder Farbenmischung aus den Componenten mit einer beträchtlichen Genauig¬ keit im Voraus berechnen zu können. Völlige Uebereinstimmung ist übrigens auch wegen der Schwierigkeit oder vielmehr Unmöglichkeit, das der Rechnung zu Grunde gelegte „weifse“ Licht genau zu definiren, principiell ausgeschlossen. Im Einzelnen gäbe die reichhaltige Abhandlung noch zu manchen, sowohl zustimmenden wie kritisirenden Bemerkungen Anlafs. Wir wollen hier aber davon absehen, weil sie einen zu grofsen Raum erfordern und doch nur demjenigen ganz verständlich sein würden, der die Abhandlung selbst, sowie alle, auf welche sie sich stützt, völlig durchgearbeitet hätte. Arthur König.