416 Literaturbericht. Functionen vor Allem eine Art von Ueberlegung an den kritischen Stellen und schliefslich wird vollkommene Sicherheit in der Erreichung des Zieles erlangt. Weiterhin soll nun aufgezeigt werden, welche psychischen Ele¬ mente die Orientirung eigentlich ausmachen. Der Geruch kann hierbei zwrar unter den gegebenen Bedingungen nicht einfach als Wegweiser auf Grund der bereits vorhandenen Spuren helfend eingreifen; doch zeigt sich seine Wichtigkeit darin, dafs ein neues, im Uebrigen völlig gleich ge¬ arbeitetes Labyrinth zunächst wieder mit ganz den nämlichen Fehlern durchsucht wird. Verf. glaubt jedoch, dafs hier vor Allem nur die allge¬ meine, allerdings vor Allem dem Geruchssinn entstammende Enttäuschung vorsichtig und verwirrt mache, zumal die Einübung sich sehr bald wieder geltend macht. Dafs der Gesichtssinn nicht die eigentliche Grundlage liefere, soll zunächst aus der vollständigen Belanglosigkeit der Entfernung auffälliger Wegmarkirungen nach der Einübung hervorgehen, ferner durch die grofse, fast normale Leistungsfähigkeit erblindeter Ratten. Auch die Abkürzung des Weges durch später eingeführte Zwischenthüren werde von diesen letzteren vorgezogen. Eine Instanz für den Gesichtssinn bilde höchstens die etwas schnellere Orientirung der normalen Ratten in dem nach der Einübung umgestürzt aufgestellten Gehäuse, dessen Boden und Decke aus dem nämlichen Drahtgeflecht bestehen. So sollen also vor Allem die Tast- und Bewegungsempfindungen ein in sich geschlossenes Associationssystem für die Orientirung bilden, dem eventuell die anderen Empfindungen nur helfend zur Seite stehen. Wenn nun auch im Natur¬ leben der Ratten diese Sinne vor Allem in den dunklen Gängen die Führung müssen übernehmen können, so ist doch aus den Fällen der Er¬ blindung ebenso wenig wrie in der Menschenpsychologie der Nachweis sicher durchzuführen, dafs sehende Ratten im Hellen nicht auch aus der Summe der optischen Eindrücke die Situation wiedererkennen. Wikth (Leipzig!. J. Turner. Observation! on the Minute Structure of the Gortex of the Braia as revealed by the Methylene Blue and Peroxide of Hydrogen Method of Staining the Tissue direct on its Removal from the Body. Brain 24 (94), 238-256. 1901. T. färbt mit einer Mischung von Methylenblau und Wasserstoffsuper¬ oxyd. Die Methode ist sehr launenhaft und gelingt auffallenderweise nie an frischen Stücken. Trotzdem hält T. seine Befunde für zwingend genug, wieder einmal „eine bedeutende Aenderung in unserer Auffassung von der Anordnung der nervösen Elemente der Hirnrinde“ herbeizuführen. Das Hauptresultat ist das, dafs die Dendriten bestimmter Zellarten um andere Zellen herum grobmaschige Netze bilden. Schröder (Heidelberg). M. Probst. Ueber den Verlauf der Sehnervenfasern und deren Endigung im Zwischen* und Mittelhirn. Monatsschr.f. Psychiatr. u. Neurol. 8(3), 165—181. 1900. Die Sehnervenfasern entspringen in der Retina, kreuzen partiell im Chiasma und enden blind, der gröfsere Theil gekreuzt im äufseren Knie- höcker, im Pulvinar und im vorderen Zweihügel. Schröder (Heidelberg).