Literaturbericht. 283 W. y. Bbchtebew. Kompensittoflsbewegungen bet Gehlrntffektlcmen. Monat* tchrift für Psych. u. Neurol. 18 (ö), 532. 1904. B. weist auf die Erscheinung hin, dafs halbseitig Gelahmte aufge¬ fordert, die gelahmte Hand zu reichen, daB Auge der gelahmten Seite zu echliefsen oder dergl., — die verlangte Bewegung mit der gesunden Seite machen, ohne es selbst zu merken, auch wenn sie die betr. gelahmten Glieder wieder gebrauchen können. B. glaubt solche kompensatorische Bewegungen nur erklären zu können durch Annahme einer Übertragung des Reizes auf die andere Hemisphäre. Bei jeder Willensanstrengung wird die Erregung infolge von Störung der Leitnngsfunktion den Zentren der anderen Hemisphäre zugeftthrt und fliefst nun den Muskeln der dieser Hemisphäre entsprechenden Körperhälfte zu. Erregungszustände der Zentra einer Seite bleiben nicht ohne Einflufs auf den Zustand der ander¬ seitigen Zentra. Umpfenbach, A. Pick. Zar Symptomatologie der linksseitigen Sehlifenlappenatrophle. Monatsschr. für Psych, w. Neurol. 16 (4), S. 378—388. 1904. P.s 3 Fälle (2 Dementia senilis und 1 Dem. paralyt.) von amnestischer Aphasie mit allmählich völliger Verödung der Sprache dienen weiterhin rum Beweise für die Behauptung, dafs diese Sprachstörung bedingt ist durch Störungen in der 2. und 3. Schläfenwindung links. Die Veränderung der Sprache steht in Beziehung zur Schläfenlappenaffektion. Dazu gehört aber noch eine mehr oder Weniger grofse Läsion der BsocAschen Stelle, oder auch eine anderwärts lokalisierte kleine Läsion des Sprachgebietes. — Die Sektion ergab in den 3 Fällen eine Atrophie des linken Schläfenlappens. Umpfenbach. W. v. Bbchtbbbw. Ober die sensible and motorlache Bolle dea Sebhfigela. Monatsschr. für Psychiatr. u. Neurologie 17 (3), 224—231. 1905. B. hält die Bedeutung des Thalamus mitsamt der beiden Kniehöcker als Intermedium der sensiblen Leitungsbahn für einigerm&fsen sicher be¬ gründet. Ferner ist ihm zweifellos, dafs zentrifugale Leitungen nicht in der unteren oder subthalamischen Region allein Vorkommen. Die zentri¬ fugale Natur mindestens des inneren KernB steht zweifellos fest. Bereits in seinen früheren Arbeiten suchte B. die Bedeutung des Sehhügels als subkortikale Zentren der Affekt- oder Ausdrucksbewegungen nachzuweisen. Dafür spricht klinisch das Auftreten mimischer Paralyse bei Erkrankung des Thalamus. Die willkürliche Motilität des Gesichts kann dabei voll er¬ halten sein. Bei Reizung der Sehhügel sieht man Zwangslachen. Bei Thalamusaffektionen beobachtet man choreatische Bewegungen, bei ein¬ seitiger Beschädigung findet man zwangsweise Reitbahnbewegungen. B. selbst hat einen Zusammenhang nachgewieBen zwischen Thal, opticus und vegetativen Körperfunktionen. Für letztere sprechen auch klinische Beobachtungen, z. B. Herzstillstand bei Sehhügelerkrankung. Der Zu¬ sammenhang mit der motorischen Zone der Gehirnrinde ist festgestellt ; es handelt sich dabei um zentripetale und zentrifugale Bahnen. Dafs aus dem Sehhügel absteigende Zentrifugalbahnen hervortreten, ist nach B. nicht zu bezweifeln. Die Rolle eines motorischen Ganglion im Thalamus wird hauptsächlich von seinem medialen Kern übernommen. Umpfenbach.