19 Experimentelle und kritische Beiträge zur Psychologie des Lesens bei kurzen Expositionszeiten. Von Euch Becher. Über die für die psychologische Analyse des Lesens wichtigen Bewegungen des Auges kann nach den Untersuchungen von Erb mann und Dobge 1 kein Zweifel bestehen. Die Beobachtung der Augenbewegungen und Ruhepausen beim Lesen, die Messung der Zeiten für das Durchlaufen einer Zeile, für eine Augen bewegung und für eine Ruhepause, die Bestimmung der Auf¬ gaben von Augenbewegungen und Ruhepausen, die Feststellung der Blick- und Lesefelder, und der Lage der Fixationspunkte ist durch die experimentellen Anordnungen in völlig sicherer und hinreichend genauer Weise möglich.® Gröfser sind die 1 Psychologische Untersuchungen über das Lesen auf experimenteller Grundlage. 1898. Kap. I, II, IV, Anhang. 1 Man hat hei diesen Untersuchungen direkte Beobachtung (Ebbmann und Dodge), Schreibvorrichtungen am Auge für die rotierende Trommel (Hijet, The Psychologie of Beading in The American Journal of Psychology ed by G. Stanley Hall, 9, 11, 12), die Photographie eines Lichtreflexes der Cornea (Bodge und Cline, The Angle Velocity of Bye Movements in The Psychological Review 8 (1901), 145—157) und noch andere Mittel verwandt. Bei dieser Gelegenheit möge auf folgende Arbeiten von Dodge hin¬ gewiesen werden, die sich auf die physiologische Psychologie des Auges beziehen und für die Psychologie des Lesens von Bedeutung sind. 1. The Reaction Time of the Eye (Psychological Review 8, 477—483; cfr. Zeitschr. f. Psychol ti. Physiol, d. Sinnesorg. 28, 138). Dodge bedient sich des schon von Erdmann und Dodge benutzten Verfahrens, bei welchem ein auf dem blinden Fleck abgebildetea Licht durch die reagierende Augen- bewegnng sichtbar wird. Unter Verwendung genauerer experimenteller Mittel bestätigt er, dafs die Expositionszeit von 0,1 Sek. für Leseversuche die empfehlenswerteste ist. 2. Visual Perception during Eye Movement (Psych. Mm. 7, 454—465; 2*