Über dm Einflufs der Dunkeladaptation auf die spezifische Farbenschwelle. 17 langsam, dann aber schnell zui.im.mt, und nach längerer oder kürzerer Zeit ein Maximum erreicht, auf dem sie stehen bleibt.“ Vergleichen wir damit das Verhalten der adaptiven Farben¬ empfindlichkeitsänderung, wie ich es oben formuliert habe, so fällt es auf, dafs die niedrigste Farbenschwelle zeitlich fast genau mit derjenigen Phase der Dunkeladaptation zusammenfällt, wo die absolute Reizschwelle schnell zu sinken beginnt, Oder mit anderen Worten: Das Wiederansteigen der spezifischen Farbenschwelle, d. i. das Sinken der Farbenempfind¬ lichkeit, fällt zeitlich fast genau zusammen mit der erheblichen Empfindlichkeitssteigerung fur farb¬ lose Lichteindrücke im allgemeinen. Es wird des¬ halb angenommen werden dürfen, dafs ein Abhängig- keitsverhältnis zwischen diesen beiden Vorgängen besteht. Die Annahme gewinnt an Wahrscheinlichkeit, wenn wir die quantitativen Unterschiede in dem Wiederansteigen der spezifischen Farbenschwelle für rotes Licht auf der einen Seite, grünes und blaues auf der anderen berücksichtigen. Für Rot, dessen Dämmerungswert gering ist, ist auch die sekundäre Erhöhung der Farbenschwelle minimal, oder fehlt fast ganz; für di© kürzerwelligen Lichter mit hohem Dämmerungswert ist sie dagegen evident. Der Widersprach, dafs Grün, welches doch den höchsten Dämmerangswert besitzt, ein© geringere Zunahme der Schwellen¬ werte aufweist, als Blau, ist wohl nur ein scheinbarer, und so zu deuten, dafs durch den an und für eich bläulichen Ton des Dämmerangssehens die Schwelle für das objektive Blau erhöht wird. Es ist nicht zu verkennen, dafs die hier mitgeteilten Ergeb¬ nisse mit der theoretischen Auffassung sehr wohl in Einklang zu bringen sind, nach welcher der farbenperzipierende Apparat in der Netzhaut und der das farblose Dämmerungssehen ver¬ mittelnde Apparat hinsichtlich der Adaptationsverhältnisse wesent¬ liche Unterschiede aufweisen. Sowohl die zeitlichen Verhältnisse wie der Umfang der Adaptation sind für die beiden Apparate verschieden. In welcher Weise sie unter geeigneten Umständen ineinander greifen würden, war a priori nicht vorauszusagen. Für meine Augen hat sich das Verhältnis als ein relativ ein¬ faches herausgestellt. Bezüglich der Verallgemeinerung wird Zeitschrift für Psychologie 36, 2