252 Die Orientierung der Brieftauben.1 Von Dr. G. H. Schneider. I. Vorbemerkungen. Im Jahre 1886 hatte ich eine Anzahl experimenteller Ver¬ suche über die Orientierung der Brieftauben angestellt und in der Zeitschrift „Vom Fels zum Meer“ veröffentlicht. Im darauf folgenden Jahre erhielt ich dann vom Preufa. Kriegsministerium den Auftrag, eine genauere systematisch- experimentelle Untersuchung über dieses Thema anzustellen und darüber zu berichten. Das Ministerium bewilligte mir 1500 Mk. zur Bestreitung der Unkosten, und der Pöfsnecker Brieftaubenverein stellte mir hundert junge Tauben zur Verfügung, die freilich nicht alle zur Verwendung kamen, weil sich für die Besitzer das häufige Em- fangen denn doch als zu lästig erwies. Nachdem ich meinen Bericht eingereicht hatte, erteilte mir das Ministerium auf meine Anfrage hin die Erlaubnis, die rein wissenschaftlichen Resultate zu veröffentlichen. Das will ich nun hiermit tun. Die Orientierung der Brieftauben erweist sich als von so verschiedenen Faktoren abhängig, und eine genauere Unter- 1 Anrn, der Red. Der Verfasser der vorliegenden Arbeit ist der Autor des i. J. 1880 erschienenen und mit Anerkennung aufgenommenen Buches „Der tierische Wille“. Der Aufsatz sollte einen Teil der zweiten Auflage dieses Buches bilden. Der Verfasser ist aber über der Neu¬ bearbeitung durch den Tod hinweggerafft worden und hat sonst nichts Vollständiges für die neue Auflage hinterlassen. Anscheinend sollte der Arbeit noch eine Kartenskizze zur besseret Veranschaulichung der Versuche beigegeben werden. Der Leser wird ihnen aber auch so unschwer zu folgen vermögen. E.