Literatur bericht. 207 unterschiedene Einheit. Je schneller die Beize Aufeinanderfolgen, um so mehr steigt der Gruppenumfang. Mit wachsender Schnelligkeit wächst die Kraft, Bestimmtheit und Festigkeit der rhythmischen Gruppen und erreicht ihr Maximum bei einer Intervalldauer, die individuell zwischen 0,3 und 0,6 s wechselt. (332.) Auch wenn einförmige Zeitfolgen, die durch das Metronom erzeugt sind, mit Fingerbewegungen begleitet werden, erfolgt eine rhythmische Differenzierung nicht nur in einfache Takte, sondern auch in Gruppen höherer Ordnung. (333—340.) Der längste Abschnitt der Arbeit beschäftigt sich mit der Charakteristik der niedrigsten rhythmischen Einheit in bezug auf Zahl und Verteilung ihrer Elemente. Die blofse Selbstbeobachtung läfst die Zahl der zu einer Einheit niedrigster Ordnung zusammengefafsten Elemente leicht als zu grofs erscheinen, da Gliederungen und Nebenbetonungen abersehen werden. Man kann das z. B. bei geklopften Rhythmen daran erkennen, dafs das Endintervall nach dem Abschlufs der Gruppe bei ungeraden Gruppen von 3 ab stets länger mt als das erste Intervall innerhalb der Gruppe, während es bei geradzahligen Gruppen diesem an Länge durchschnittlich gleicht. Man erkennt daraus, dafs die Gruppe in Teile von je 2 Schlägen geteilt wird, von denen der letzte bei ungerader Gesamtzahl synkopiert wird. (Tab. 20 S. 346.) Eb existieren, wie es scheint, nur zwei- und dreigliedrige Gruppen als letzte Einheiten. Alle längeren Folgen sind Zusammen¬ setzungen höherer Ordnung aus diesen einfachsten, und zwar herrscht, je länger die Gruppe ist, um so mehr die zweiteilige Untergruppe über die dreiteilige. (348.) Die Äquivalenz rhythmischer Gruppen untereinander hängt nicht von der Zahl der Elemente, sondern von der Zeitgleichheit ab, die nur durch die Zugehörigkeit zu höheren Gruppen, den Sinn und ähn¬ liche sekundäre Momente verschoben wird. Die Verteilung der Intensitäten in der Gruppe wird für drei- und vier¬ gliedrige Rhythmen mit verschiedenen Betonungsstellen und für syn¬ kopierte Gruppen untersucht. Bei vierteiligen Rhythmen ist die Tendenz zu einer Nebenbetonung stärker, wenn der Akzent an dritter oder vierter, als wenn er an erster oder zweiter Stelle steht. Die Anfangsbetonung er¬ scheint danach als natürlicher. Durchweg herrscht die Tendenz, die der Betonung nächstliegenden unbetonten Glieder etwas stärker zu wählen als die entfernteren. (363—361.) Was die Dauer der Intervalle betrifft, so führt die Einführung eines stärkeren Schlages in eine Reihe zu der Neigung, das ihm vorangehende Intervall zu überschätzen, das nachfolgende zu unterschätzen und zwar ist dieser Einflufs auf das vorangehende kleiner als auf das folgende. Mit zunehmender Intensität der Betonung wächst auch diese Tendenz. M. be¬ zeichnet seltsamerweise das vorangehende Intervall mit B, das folgende mit A. Das führt S. 365 Z. 6 v. oben zu einer recht störenden Verwechs¬ lung. 8tatt A 0,900, B 1,100 muis es heifsen B 0,900, A 1,100. Sonst wäre die Berechnung in Tabelle 29 falsch. In der letzten Horizontalreihe von Tabelle 31 8. 367 findet sich ein Rechenfehler. Die dritte Zahl mufs hier 43,3 °/0 statt 60°/o heifsen. Geklopfte Folgen zeigen bei Abwesenheit be- wufster Akzentuation einen zweiteiligen Rhythmus der Dauern. Von