Literaturbericht. 205 Tränensekretion. Bei Beizung des Facialis in seinem weiteren Verlauf wurde gefunden, dafs die sekretorischen Tränendrüsennerven in den N. petros. sup. major eintreten und weiter im N. maxillaris sup. (vereinzelt auch im N. ophthalmicus) wiedergefunden werden. Ebenso zeigte sich bei Affen, dafs im Facialisstamm sekretorische Fasern für die Tränendrüse verlaufen und denselben im Ganglion geniculi verlassen. Die zentrale Ursprungsstätte der sekretorischen Fasern, die besonders auch im Glosso- pharyngeuskern liegen könnte, bleibt nach Verf. noch unbekannt. Tbendklenbcbg (Freiburg i. B.). A. A. Mbisling. Ein Apparat inr Mischung der Farben und Untersuchung von Farbenblinden. X. Congrès d’ophthalmologie, Luzern 217, 1904. Der Apparat beruht darauf, dafs eine matte Glasscheibe, von der Rück¬ seite von zwei farbigen Lichtquellen beleuchtet, im allgemeinen die Misch¬ farben zeigt und die Einwirkung der farbigen Lichter auf das Aussehen des Mischlichtes sich verschieden gestalten wird je nach der Entfernung der Lichtquelle von der Mattscheibe. Es bestehen in dieser Hinsicht ein¬ fache mathematische Beziehungen. Zur Gewinnung farbigen Lichtes empfiehlt Verf. Lichtfilter. W. A. Nagel (Berlin). G. Ahlstböh. Cher die Bewegungsbahnen des Auges. X. Congrès d’ophthal mologie 253. Luzern 1904. A. untersucht die Bewegungsbahnen des Auges, indem er eine intensive punktförmige Lichtquelle (Bogenlicht) während der Ausführung einer Augenbewegnng auf die Netzhaut einwirken läfst, wonach sich ein lineares Nachbild einstellt, das in Ruhe beobachtet werden kann. Verf. kommt zu folgenden Resultaten: Der Übergang des Auges von der Primär- zur Sekundärstellung geschieht genau den Meridianen entlang, in welchen man das Auge zu rotieren beabsichtigt. Beim Übergang zu Tertiärstellungen dagegen ist die Bewegungsbahn eine flache Kurve, bei der die Konvexität stets gegen den horizontalen, die Konkavität gegen den vertikalen Meridian gerichtet ist. W. A. Nagel (Berlin). L. Roemhbld. Ober die tonische Beaktlon lichtstarrer Pupillen. Münch. Mediz. Wochenschr. 51 (46), S. 2040. 1904. R. berichtet über einen neuen Fall von abnormer Pupillenreaktion nach Piltz. Der 49jährige Kranke hatte ausgesprochenen Exophthalmus; Pupillen ungleich, beide bei Belichtung starr, sowohl bei direkter wie bei konsensueller Prüfung. Bei Akkommodation, Konvergenz und bei forciertem Lidschlufs verengern sie sich relativ rasch maximal, verharren dann lange in diesem ZuBtand und erweitern sich ganz abnorm langsam unter wechseln¬ der Formveränderung. Es handelt sich dabei um eine Affektion des Iris¬ zentrums oder des zentrifugalen Schenkels des Reflexbogens oder auch des Irismuskels selbst. R. schlägt den Namen tonische Reaktion vor. Umpfenbach.